Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Ein netter Bösewicht

Kirchhellen Die meisten kennen ihn als den "achten Zwerg" oder den vertrottelten Harry aus "Alles Atze". Die Rede ist natürlich von Norbert Heisterkamp, einem echten Kirchhellener Urgestein, der in mehr als 80 Filmen mitgespielt hat.

Anzeige

Der heute 45-Jährige wurde in Kirchhellen geboren und ging dort auch zur Schule. Verbrachte seine Kindheit und Jugend wie die meisten "Dörfler" in den Kiesgruben in und um Kirchhellen sowie auf den angrenzenden Äckern.

Heisterkamp machte eine Lehre zum Elektriker, bevor er zur Gladbecker Hafenbahn wechselte. Auf dem Weg nach Hause hielt er einer Tages an einer Ampel und wurde auf das Schild "Bavaria Filmpark" aufmerksam. Im heutigen Movie Park begann seine eigentlich Karriere. "Ich wurde dort zum Stuntman ausgebildet." Was zunächst als Nebenjob geplant war, wurde schnell zum Hauptberuf, denn Heisterkamp, der damals schon als Bodybuilder die richtigen Voraussetzungen für einen "Schlägertypen" mitbrachte, lernte schnell. "Prügeleien waren nicht das Problem, aber Sprünge aus verschiedenen Höhen kosteten Überwindung."

Schon bald kamen Aufträge für Serien wie "Ein Fall für Zwei" und "Balko". Die erste Sprechrolle hatte er als schimpfender Radfahrer in einem Münchener Tatort. "Ich musste zwei Sätze sprechen und hatte absolute Panik, inklusive einer schlaflosen Nacht vorher", grinst der Schauspieler. Doch er meisterte die Aufgabe souverän und wurde öfter für kleinere Rollen gebucht. Auf Grund seiner Größe von 1,97 m und dem beachtlichen Körperbau wurde er meist auf die Rolle des Bösewichts festgelegt. Bis er zum Casting für eine Ruhrgebietssendung eingeladen wurde.

"Ich konnte mir nichts darunter vorstellen", erklärt Heisterkamp. "Ich machte meine Späße, weil ich mir keine Chancen ausrechnete." Seine lockere Art kam beim Regisseur indes gut an und bald fand er sich beim Probelesen für den Piloten von "Alles Atze" wieder. Die Truppe verstand sich auf Anhieb, und so wurden sie zur zweiten Lesung eingeladen, bei dem die Rolle des Harry bereits ausgebaut war. Sein erster Gedanke: "Wie viel Text muss ich wohl lernen?"

Durch die Kölner Produktion von "Alles Atze" lernte Heisterkamp Sven Unterwald kennen. Der Regisseur wollte Heisterkamp für einen Kinofilm haben. Der Kirchhellener sollte in die "7 Zwerge - Männer allein im Wald" zunächst einen Kerkermeister spielen. Daraus wurde jedoch nichts, denn er bekam eine größere Rolle als "achter Zwerg Ralfie". Der Kinofilm wurde ein Kassenschlager, ebenso wie der zweite Teil, in dem Heisterkamp endgültig zum Hauptdarsteller wurde.

Zwei deutsche Comedypreise, eine goldene Leinwand 2004 und den deutschen Fernsehpreis für "Alles Atze" hat er inzwischen bekommen. Nun sind zwei neue Projekte in Aussicht, zu denen er natürlich noch nichts sagen kann. Allerdings wird er wahrscheinlich wieder einen Bösewicht spielen.

Ein Bösewicht ist er im wirklichen Leben allerdings nicht. Da gehen nämlich seine Frau Irmgard und seine drei Kinder Martin (20), Friderike (16) und Lea Sophie (13) vor. "Ich bin ein absoluter Familienmensch. Ich könnte auf alles verzichten, aber nicht auf meine Familie", erklärt Heisterkamp. "Wir frühstücken jeden Morgen zusammen und wenn ich mal auf einem Dreh weiter weg bin, rufe ich zwischendurch an, nur um mal die Stimmen zu hören." Für die Kinder selbst ist der Job des Papas etwas ganz Normales. Natürlich haben die Drei schon Filmluft geschnuppert, doch nur Lea Sophie hat daran Gefallen gefunden. Allerdings nicht vor, sondern hinter der Kamera - als Maskenbildnerin. Für Norbert Heisterkamp ist das kein Problem. "Meine Kinder sollen werden, wozu sie Lust haben. Ich würde sie nie zu etwas drängen." Yvonne Dziabel

Anzeige
Anzeige