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Eine Mütze für jeden Raucher?

Kirchhellen So kurz die Schulpause auch ist, ein paar Züge am Glimmstengel müssen sein. Für einige Oberstufenschüler des Vestischen Gymnasiums gehört das rauchige Vergnügen ab heute jedoch der Vergangenheit an.

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Im Zuge des Gesetzes zum Schutz vor den Gefahren des Passivrauchens wird ab sofort allen unter 18-Jährigen das Rauchen in der Öffentlichkeit untersagt. Ulrich Schulze vom Jugendamt Bottrop betont, dass "das Hauptaugenmerk auf den Gewerbetreibenden liegt. Es ist nun ihre Aufgabe, die Ausweise der Jugendlichen zu kontrollieren, um ihr Alter festzustellen, bevor sie ihnen Zigaretten verkaufen." Sollten Tabakwaren an Minderjährige abgegeben werden, drohen Geldstrafen von bis zu 50 000 Euro, die vom Ordnungsamt festgelegt werden.

Für die Schulleitung des Vestischen Gymnasiums ist die Gesetzesänderung nicht so einfach umsetzbar. "Wie sollen wir das kontrollieren? Soll sich jeder rauchende Schüler eine Mütze mit seinem Alter aufsetzen?", meint der stellvertretende Schulleiter Willi Westheide. "Ich als Nichtraucher begrüße diese Änderungen natürlich. Aber die Übergangsphase bis zum 1. Januar wird schwierig." Mit Beginn des nächsten Jahres ist jede Person das Rauchen um und in öffentlichen Gebäuden untersagt. "Dann wird es auch die extra angelegte Raucherecke an der Schule nicht mehr geben, die jetzt noch Treffpunkt der qualmenden Schülerschaft ist", so Westheide.

Zu dieser gehört auch Marvin Spinler. Der 17-Jährige raucht gerne in den Pausen die ein oder andere Zigarette und ist gar nicht begeistert vom baldigen Rauchverbot. "Das bringt doch echt nichts", ist er sich sicher. "Wir leben in einer Verbotsgesellschaft, die es nicht schaffen wird, die Leute vom Rauchen abzubringen." Marvin ist davon überzeugt, dass er auch weiterhin an seine Zigaretten kommt. "Wenn ich sie nicht selbst bekomme, dann besorgt sie mir halt jemand anders."

Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Viele seiner Mitschüler denken ähnlich.

Auch wenn die Schule an Projekten wie "Be smart, don´t start" teilnimmt, wird wahrscheinlich einige Zeit vergehen müssen, bevor man sagen kann, ob sich die Verbote und Gesetzesänderungen bezahlt machen. kw

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