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"Engpässe, kein Mangel"

Dorsten Facharbeitermangel in Deutschland? Diese (Streit-)Frage bewegt momentan die Gemüter der deutschen Wirtschaftsvertreter, Politiker und Arbeitnehmer.

Arbeitgeber klagen, dass sie für hochqualifizierte Stellen, z.B. Ingenieursposten, keine geeigneten Bewerber mehr fänden. Einige Politiker, wie der SPD-Arbeitsmarktexperte Stiegler, nehmen dagegen die Wirtschaftsvertreter in die Pflicht: Sie fordern eine bessere betriebliche Ausbildung und die Bereitschaft, zunächst die arbeitslosen deutschen Fachkräfte einzustellen - auch wenn sie älter sind.

Maria Wilkes, Leiterin der Agentur für Arbeit in Dorsten, ist ebenfalls nicht bereit, von einem echten Fachkräftemangel zu sprechen: "Ich rede lieber von einem Engpass in manchen Bereichen." Wilkes ist aber überzeugt, dass die Agentur die Arbeitsuchenden mit gezielten Maßnahmen auch für höhere Anforderungen im Job fitmachen könne. Also, kein Facharbeitermangel in Dorsten?

"Es gibt durchaus Engpässe - auch in Dorsten", so Wilkes. Vor allem im Metall verarbeitenden Gewerbe, in der Gastronomie und beim grenzüberschreitenden Berufskraftverkehr. Engpässe, aber kein echter Mangel? "Nein, in Dorsten nicht. Es gibt andere Regionen in Deutschland, zum Beispiel Bayern, wo der Fachkräftemarkt tatsächlich leergefegt ist", erklärt Wilkes.

Die Leiterin der Agentur für Arbeit in Dorsten macht außerdem deutlich, dass Verzögerungen bei der Arbeitslosenvermittlung dazu führen können, dass Unternehmer Fachkräftemangel beklagen, es zu "Engpässen" kommt: "In jedem konjunkturellen Aufschwung gibt es eine verstärkte Nachfrage nach Mitarbeitern. Es ist normal, dass die Suche nach geeigneten Kräften dann auch etwas länger dauern kann", so Wilkes.

Die Arbeitsmarkt-Expertin geht allerdings davon aus, dass aus Engpässen schnell ein Mangel werden kann, wenn Politik und Wirtschaft bei der Verbesserung der Ausbildungslage nicht an einem Strang ziehen. ah

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