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Entsetzliches Leid folgt feiger Tat

Täter vom Schwedenhaus verurteilt

Gesenkten Hauptes, zum Teil mit hochroten Gesichtern, vernahmen die vier verbliebenen Angeklagten ihre Urteile. Über anderthalb Stunden begründete Busold ausführlich, warum zwei junge Männer mit happigen Freiheitsstrafen auf Bewährung, ein weiterer mit Dauerarrest, der vierte indes mit einer Haftstrafe ohne Bewährung für die gemeinschaftlich begangene schwere Körperverletzung am Halloweentag 2006 zu büßen haben. So kam für den Ältesten in der Runde, den 23-jährigen Michael F., als einschlägig Vorbestraftem nur noch eine Gefängnisstrafe in Betracht: «Kann man sich in Dorsten-Wulfen eigentlich nur durch Prügeleien den besonderen Kick verschaffen?» Richter Busold legte F. besonders zur Last, dass er nach dem entsetzlichen Geschehen am Schwedenhaus auf dem Heimweg offenbar immer noch nicht genug hatte. So versetzte er einem anderen, unbeteiligten Partygänger noch eine Kopfnuss. Ein Jahr und sechs Monate muss der Mann sitzen, der dem Gericht gesichert als Treter gilt: «Wer im einzelnen das wehrlos am Boden liegende Opfer traktiert hat, konnte die Beweisaufnahme zwar nicht klären. Fest steht aber, dass drei der vier Angeklagten dabei waren.» Dabei hätten sich die jungen Männer regelrecht in einen Rausch hineingesteigert. Für erwiesen hielt das Gericht deshalb auch, dass der 21-jährige Konstantin H. nicht nur den Beschützer des Opfers mit Anlauf mit einem gezielten Tritt gegen den Kiefer aus der Bahn kickte, sondern auch dem bereits schwer Verletzten grausam zusetzte. Zwei Jahre auf Bewährung für denjenigen, der dem Knast nur knapp entging. Dicke kam es zudem für den 18-jährigen Michael B. Der hatte sich viel zu spät mit einem Teilgeständnis zu retten versucht. «Er konnte aber nicht über seinen Schatten springen und sich bei seinem Arbeitskollegen entschuldigen, den er so schlimm verletzte!» Folglich kassierte B. ein Jahr und sechs Monate für sein schändliches Tun. Mit zwei Wochen Dauerarrest kam der Jüngste, der Initiator, davon. Weil er wegen seiner Sprachbehinderung öffentlich im Internet geschmäht worden war, hatte das ganze Verhängnis erst seinen Lauf genommen. Ein völlig Unschuldiger leidet nun unter den Folgen der unfassbaren Tragödie. eng

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