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Geheimnisvoller Kunst-Fund gibt Rätsel auf

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Wulfen Beim Bodenaushub für die Verlegung von Versorgungsleitungen entlang der Grünfläche an der Hervester Straße, etwa gegenüber dem Friseursalon Buddenbrock, stieß man auf zum Teil großstückiges Anschüttmaterial. Darin befand sich zwischen weiteren Sandsteinbrocken ein rechteckiger Bildstock aus Sandstein von etwa 80 x 60 x 20 cm Größe, wobei es sich um die Station eines Kreuzweges handelt. Die gut lesbare, eingemeißelte Inschrift: "Jesus fällt unter dem Kreuze das erste mahl" bestätigt dies als dritte Station. Der äußere Rand des Reliefs wurde bei den Baggerarbeiten in Mitleidenschaft gezogen, die Figurengruppe weist starke, früher verursachte Beschädigungen auf. Eine Restaurierung erscheint fraglich.

Herkunft ungeklärt

Willi Duwenbeck, Leiter der Geschichtsgruppe des Heimatvereins Wulfen, erfuhr bei einer Informationsveranstaltung zufällig von dem Fund und konnte mit dem Bauleiter die Übergabe vereinbaren. Ob es sich bei dem Kreuzweg um eine Station des alten Kreuzweges der St. Matthäuskirche handelt, der bei der Bombardierung der Kirche am 22. März 1945 zerstört wurde, ist noch nicht geklärt. Dieser ist nach der ersten Mission im Jahre 1852 durch den Münsterischen Steinbildhauer Bernhard Alland angefertigt worden. 1907 wurden die Kreuzwegstationen von dem Kirchenmaler Geißler aus Dorsten polychromiert, also farbig ausgestattet. Farbspuren sind auch an dem aufgefundenen Bildstock erkennbar.

Trümmerberg

Der Schutt und die Trümmer der alten Matthäuskirche wurden in den Jahren 1946 - 1948 abgefahren. Möglich ist, dass dabei auch Material zum Ausbau oder zur Verbreiterung der Hervester Straße gelangte. Auf der Grundstücksfläche zwischen den Häusern Ruhe und Geldermann an der Kirche lag noch lange Jahre danach ein großer Trümmerberg, der in den 1960er Jahren mit Bebauung des Grundstückes geräumt wurde. Das Material soll nach Abriss des Holtkamp Hofes 1967 zur dortigen Angleichung des Geländes im Bereich der heutigen Grünfläche verwendet worden sein. Ältere Wulfener Bürger können sich noch daran erinnern, dass hier die Straßenböschung der Hervester Straße um etwa 2-3 m zur Hoffläche hin abfiel. Denkbar ist aber auch, dass es sich bei der jetzt freigesetzten Anschüttung um Fremdmaterial handelt und somit die Kreuzwegstation letztendlich nicht aus Wulfen stammt.

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