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Großer Vorplatz statt dunkler Tunnel

Bahnhof Dorsten

Das Umfeld des Bahnhofs wird sein Gesicht verändern – unter anderem soll ein neuer Vorplatz entstehen. Einfach war die Planung aber nicht.

Dorsten

von Michael Klein

, 12.07.2018
Großer Vorplatz statt dunkler Tunnel

So wird der Bahnhofsvorplatz aussehen. Weil Gleise verlegt werden, kann der stadtseitige Tunnel abgerissen werden. © Greenbox Landschaftsarchitekten

Am Dorstener Bahnhof tut sich was. Derzeit bereitet die Bahn AG die Gleise und Weichen für die Anbindung an das elektronische Stellwerk vor und wird auch die Bahnsteige neu gestalten. Anschließend wird das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude saniert.

Bahnhof verliert seinen „Insel-Status“

Und auch das Bahnhofs-Umfeld bekommt im Zuge des Stadtumbau-Programms „Wir machen Mitte“ in 2019/2020 ein komplett neues Gesicht und verliert seinen „Insel-Status“ – Umbaukosten: mehr als drei Millionen Euro. Das Land trägt 90 Prozent der Kosten, die Stadt den Rest.

Architekt stellte die Pläne vor

Jan Hake, Architekt vom Kölner Büro „Greenbox“, stellte am Dienstag in der Sitzung des Dorstener Umwelt- und Planungsausschusses die Pläne für die Neu-Gestaltung des Umfelds vor. Durch den Abbau der West-Gleise und die gleichzeitige Verlagerung des Zugverkehrs auf die andere Bahnhofsseite entlang der Gelsenkirchener Straße kann der stadtseitige Tunnelabschnitt abgebrochen und verfüllt werden. „Hier soll ein großzügiger gepflasterter Bahnhofsvorplatz mit einem Außenbereich für die Gastronomie im Bahnhof entstehen“, so Hake. Zwischen ZOB und Bahnhof lockern Bäume, Spielgeräte, Sitzgelegenheiten, Radabstellflächen und Lichtstelen die Fläche auf.

Ein heller Laufteppich leitet die Fußgänger

Durch optische und gestalterische Elemente soll der Platz von den übrigen Bereichen klar abgetrennt werden. In Form eines hellen „Laufteppichs“ sollen die Fußgänger durch die weiter bestehende Unterführung zur Gelsenkirchener Straße geführt werden. „Für den Tunnel wird ein künstlerisches Lichtkonzept entwickelt, damit die Benutzer ihn nicht mehr als Angstraum empfinden müssen.“ Treppen führen hinauf zu den neuen Gleisen 1 und 2, Rad- und Rollstuhlfahrer werden getrennt über weit geschwungene Rampen geleitet.

Auch die Radstation wird saniert

Saniert wird das Gebäude der Radstation, sie bekommt einen neuen rückwärtigen Zugang vom Bahnhofsvorplatz aus. Auch die Bahnhofsvorfahrt von der Vestischen Allee wird bald anders aussehen, mit neuem Fahrbahnbelag, anderer Bepflanzung, mit zwei Behinderten-, vier Kiss-and-ride- und sechs Angestellten-Parkplätzen für die Mitarbeiter der Dorstener Arbeit, die künftig den Bürgerbahnhof betreiben wird. Hinter dem Media-Markt-Gebäude wird in Richtung der geplanten Gleise 3 und 4 ein größerer Parkplatz mit 30 Stellplätzen angelegt, der über den Kreisverkehr am Ende der Straße „Auf der Bovenhorst“ erreicht wird.

Keine einfache Planung wegen der engen und teilweise komplexen örtlichen Gegebenheiten, wie der Planer einräumte – und was sich auch in der anschließenden Diskussion zeigte. Carsten Cerweny (FDP) befürchtete Ärger mit den Bovenhorst-Anwohnern wegen der den neuen Parkplatz anfahrenden Autofahrer. „Das macht den Kohl auch nicht mehr fett“, entgegnete Friedhelm Fragemann (SPD). Denn schon jetzt sei die Verkehrsbelastung durch den Media Markt dort sehr hoch.

Bahnhof wird gänzlich barrierefrei

Wilhelm Zachraj (Linke) wies daraufhin, dass Rollstuhlfahrer einen „zu langen Weg über die Rampen“ zu den Gleisen nehmen müssten. Stadtbaurat Holger Lohse erklärte dazu, dass die Bahn AG keine Personen-Aufzüge bezahlen würde: „Wir sollten froh sein, dass wir einen gänzlich barrierefreien Bahnhof bekommen.“ Er versprach aber, das Thema auf der Sitzung des Behindertenbeirats anzusprechen. Rainer Thieken (CDU) bemängelte, dass die geplante Müllcontainer-Einhausung für die Bahnhofs-Gastronomie mit 120 Metern zu weit vom Gebäude entfernt liege. Und Michael Haake (Grüne) kritisierte, dass der Vorplatz „vollständig versiegelt“ sei und dass die Bäume in Betonringe eingefasst seien.

Begegnungsverkehr wird entschärft

Letzteres sei aber so gewollt, erklärte Jan Hake. Das sei neben weiteren „Aufkantungen“ eine der Maßnahmen, um den drohenden Begegnungsverkehr zwischen Fußgängern und Radfahrern entschärfen zu können. Denn auf dem Vorplatz werden sich künftig die Wege kreuzen. Und zwar von denen, die in West-Ost-Richtung Bahnhof strömen oder dort den Weg zum Stadtteil Feldmark nehmen (oder umgekehrt).

Und von jenen, die auf dem geplanten Nord-Süd-Radweg entlang der Bahngleise unterwegs sind. Stefan Risthaus (CDU) war es wichtig, hier den Fußgängern den Vorrang einzuräumen und dafür zu sorgen, dass Radfahrer frühzeitig ihre Geschwindigkeit reduzieren.