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Grundschüler testeten ihr Wissen über die Natur

Waldjugendspiele

Was bedeutet es, wenn ein Greifvogel „atzt“? Wie wird man Falkner? Ist „Arche“ eine Baumart? Sieben Klassen von drei Schulen konnten bei den Waldjugendspielen am Freitag noch viel lernen.

Schermbeck

von Berthold Fehmer

, 29.06.2018
Grundschüler testeten ihr Wissen über die Natur

Gespannt hörten die Kinder der 4a der Gemeinschaftsgrundschule Falknerin Iris Holz zu, die die Babyschleiereule Nyra vorstellte. © Berthold Fehmer

Große Augen machen die Kinder der 4a der Gemeinschaftsgrundschule Schermbeck direkt an der ersten Station am Schermbecker Hallenbad. Denn dort stehen drei Falknerinnen und zwei Falkner, darunter Hilde Rohrberg, die auf ihrem Handschuh den großen Steppenadler „Dino“ trägt. An den trauen sich die Schüler zunächst nicht so richtig ran. Babyschleiereule Nyra hingegen, die von Iris Holz vorgestellt wird, ist schon eher nach ihrem Geschmack. Oder Steinkauz Kai-Uwe.

Als Iris Holz den Wüstenbussard Fido auf den Handschuh nimmt, sagt eine Schülerin: „Der ist aber ganz schön groß.“ Falkner Wolfgang Rohrberg lacht und Iris Holz klärt die Schüler auf: „Wolfgang macht sich immer lustig und sagt, Fido sei ein Wellensittich.“ Das scheint Fido gehört zu haben, denn wenige Sekunden später setzt er mit seinem Hinterteil zu einem gezielten Strahl auf Rohrbergs Hose an. Mit einem Papiertuch wird das Malheur weggewischt, wobei Falkner Horst-Hermann Göbel noch einen anderen Vorschlag hat: „Ich hätte noch ein spitzes Messer bei.“

Die Hälfte fällt bei der Falknerprüfung durch

Spaßig geht es zu bei den Waldjugendspielen, aber auch lehrreich. Denn die Kinder lernen von den Falknern, was Greifvögel fressen, wie sie ihre Beute töten, dass es „atzen“ heißt, wenn Jungvögel gefüttert werden, dass man erst den Jagdschein machen muss, bevor man Falkner werden kann und dass durch diese Prüfung die Hälfte aller Teilnehmer durchfallen. Dennoch zeigen zwei Jungen auf, die sich vorstellen könnten, Falkner zu werden.

Nachdem die Kinder einige Fragen beantwortet haben und dafür Punkte auf einem Zettel eintragen können. geht es weiter zur nächsten Station. Die liegt am kleinen Waldstück am Hallenbad und dort stehen Sabine Schulz und Hündin Allegra. „Das hier ist der Schweigepfad“, sagt sie. Die Kinder sollen durch den Wald gehen und schauen, was sie dort finden. Dabei sollten sie absolut still sein, sagt Schulz und: „Ich höre auch Gemurmel.“ Als die Kinder zurückkehren, haben sie alle 14 Gegenstände gefunden. Autoreifen, Glas, Insektenhotel, einen Bussard und vieles mehr. „Da war ein Kasten, der im Baum hing“, sagt etwa Charlotte Pallinger. Schulz nickt: „Das ist ein Insektenhotel.“ Was in den Wald gehört und was nicht, können die Kinder perfekt beantworten. Und wissen auch, dass man Abfall gar nicht erst in den Wald trägt und man Abfall recyceln kann. Volle Punktzahl!

Sieben Stationen

Insgesamt sieben Stationen haben die Mitarbeiter des RVR für die Viertklässler der Gemeinschaftsgrundschule, der Maximilian-Kolbe-Schule sowie der Hermann-Landwehr-Schule aus Brünen aufgebaut. Es geht um Ameisen, Eichenprozessionsspinner oder Jagdhunde. Die Beziehung der Kinder zur Natur solle gestärkt werden, sagt Forstwirt Stefan Kalisch. Er erklärt am Rathausparkplatz anhand der Waldschule, wie sich Tiere in der Natur tarnen. Und ein paar Meter weiter müssen Kinder der Hermann-Landwehr-Schule fünf Puzzle aus Baumscheiben zusammensetzen, auf denen die Namen von Baumarten stehen. „Was könnte das für ein Baum sein“, fragt Lehrerin Hiltrud Eickhoff. „Arche?“, sagt ein Schüler. Knapp daneben. „Lärche“ ist der gesuchte Begriff und die Schüler schaffen es sogar, einen Zweig mit Blättern dem Baum zuzuordnen.