Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Handarbeiten für die Welt

SCHERMBECK An wie vielen Altären der Welt Geistliche mit Stolen stehen, die von der Schermbeckerin Hanni Iwanowsky gestickt wurden, lässt sich kaum abschätzen. 2000 Stolen hat sie in den letzten fünf Jahrzehnten gesticktt.

Anzeige
/

Tausende Stiche sind für ein gesticktes Motiv notwendig.

Ein paar Dutzend Stolen warten in Hanni Iwanowskys Wohnung darauf, bald ihren Weg zu einem Geistlichen in der Mission antreten zu dürfen. RN-Fotos (2) Scheffler

Einen Tag ohne Handarbeiten kann sich Iwanowsky kaum vorstellen. Seit einem halben Jahrhundert hat sie sich die Begeisterung fürs Sticken von Paramenten bewahrt.

"Gott erhalte mir meine Hände und meine Augen", ist daher auch ihr sehnlichster Wunsch, um einem Hobby weiter nachgehen zu können, für das sie sich entschied, als sie noch im ehemaligen Schermbecker Krankenhaus beschäftigt war. Ein Patient, der sie beim Handarbeiten beobachtet hatte, gab der gebürtigen Dorstenerin damals den Tipp, Kontakt zum Schermbecker Paramentenverein aufzunehmen.

Dauerhafte Stickstube

Mit einem halben Dutzend Frauen traf sich Iwanowsky in der ehemaligen Kaplanei, um Stolen, Altardeckchen oder Kelchwäsche zu sticken. Als der Verein aufgelöst wurde, trat die begeisterte Handarbeiterin der franziskanischen Gemeinschaft in Dorsten bei. Seither ist die Wohnung in der Mittelstraße 61 zu einer dauerhaften Stickstube geworden. Ein paar Dutzend Stolen hängen in den Schränken. Der Rest hat längst die Reise in die ganze Welt angetreten. In zahlreichen Kladden hat Hanni Iwanowsky die Besitzer ihrer Stickerei und den Bestimmungsort eingetragen.

Viele Geistliche haben sich in Schermbeck selbst eine Stola ausgesucht. Die Missionare erhalten Stolen geschenkt. Die Kosten werden meist durch Spenden abgedeckt. Wenn es daran fehlt, greift Iwanowsky ins eigene Portmonee. Die Materialkosten liegen bei 50 bis 60 Euro pro Stola. Um ein Vielfaches höher lägen die Kosten für die Handarbeit. Doch die rechnet die Schermbeckerin nicht ein, weil sie an der Stickerei einfach Spaß hat. Neben Stolen stickt Hanni Iwanowsky auch Ambotücher, auf die ein Lektor seine Bücher ablegen kann.

Dankesbriefe

Die Dankesbriefe in Iwanowskys Alben sind wichtige Antriebsfedern. Der Erzbischof von Windhoek hat in diesem Jahr ebenso eine Stickerei erhalten wie Pfarrer Raymond in Westafrika und ein Priester in Brasilien. Ein Ambotuch ziert seit den frühen 1990er-Jahren das Pult in der Ludgerus-Partnergemeinde in San Cristobal. Der gebürtige Schermbecker Pater Clemens Wein auf den Philippinen und der Franziskanerpater Oliverius Baxmann in Brasilien haben von Iwanowsky eine Stola erhalten. Die Stola, die Pastor Franz-Gerd Stenneken zum silbernen Priesterjubiläum erhalten hat, kann jetzt von den Rhader Gottesdienstbesuchern bewundert werden. 

/

Tausende Stiche sind für ein gesticktes Motiv notwendig.

Ein paar Dutzend Stolen warten in Hanni Iwanowskys Wohnung darauf, bald ihren Weg zu einem Geistlichen in der Mission antreten zu dürfen. RN-Fotos (2) Scheffler

Anzeige
Anzeige