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Vivawest saniert Mietshäuser

Holsterhausener empört über Heckenrodung im April

Dorsten „Fassungslos“ sind ein Holsterhausener und seine Bekannte über den Kahlschlag am Söltener Landweg 71. In der Schutzzeit der Tiere hat eine Firma die Hecken niedergemacht. „Das ist doch verboten“, sagt der Mann.

Holsterhausener empört über Heckenrodung im April

Am Söltener Landweg, vor dem Haus Nummer 71, wurden Hecken am Freitag, 13. April, beseitigt. Statt der Hecken markieren Bauzäune die Grundstücksgrenzen. Foto: Foto Engel

„Da waren Jungvögel in der Hecke. Die Elternvögel sind Amok geflogen, als die Baumaschinen die Hecken platt gewalzt haben“, sagt der Holsterhausener. Er ärgert sich darüber, dass die Arbeiter gegen das Bundesnaturschutzgesetz verstoßen haben.

Nach Paragraf 39 dieses Gesetzes ist es verboten, „Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören“. Hintergrund der Rodungsarbeiten an den Grünflächen vor den Mietshäusern: Vivawest, Eigentümerin der Mietshäuser Am Lipping 17-23, Friedrichstraße 50-52 und am Söltener Landweg 61 sowie 65-83, lässt seit Juni 2017 die 64 Wohneinheiten energetisch sanieren. „Hier werden Fassaden gedämmt, die Dächer und Fenster erneuert, neue Balkone angebaut bzw. vorhandene Balkone erneuert und die Außenanlagen neu gestaltet“, sagte Unternehmenssprecherin Katrin Lamprecht auf unsere Anfrage am Montag.

Sieben Meter breites Stück übersehen

Einige Hecken im Viertel seien entfernt worden. „Bedauerlicherweise haben wir versäumt, ein etwa sieben Meter breites Stück Ligusterhecke an den Hausnummern 69-71 zu roden. Die Hecke hätte eine Zufahrt der Lastwagen zur Montage der Balkone unmöglich gemacht“, sagte Lamprecht. Deshalb musste dieses Heckenstück „leider nachträglich gerodet werden“, so die Unternehmenssprecherin. „Versehentlich“ sei dabei auch ein Stück Ligusterhecke entlang des Bürgersteiges am Söltener Landweg entfernt worden. „Wir bedauern das Versehen und werden diese fehlende Hecke nach Abschluss der Modernisierungsarbeiten durch eine Rotbuchenhecke ersetzen“, sagte Lamprecht.

Hecken im Vorfeld überprüft

Dass Jungvögel bei der Rodung der Hecke zu Schaden gekommen sind, weist die Vivawest-Sprecherin zurück: „Selbstverständlich haben wir im Vorfeld überprüft, dass keine Vögel in den betroffenen Heckenstücken nisten.“ Die Holsterhausener Beschwerdeführer können das kaum glauben: „Wir haben die Stadt informiert. Die Heckenschutzzeiten gelten vom 1. März bis 30. September.“

Das Bundesgesetz zu Naturschutz und Landschaftspflege besagt laut Paragraf 39 unter anderem,

dass es verboten ist, wild lebende Tiere mutwillig zu beunruhigen oder ohne vernünftigen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten

dass es verboten ist, Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören.

Es gibt aber auch Ausnahmen:

Wenn es sich um Maßnahmen handelt, die im öffentlichen Interesse nicht auf andere Weise oder zu anderer Zeit durchgeführt werden können, gelten die oben genannten Verbote nicht.

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