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"Ich will den Bürgersinn stärken"

Kirchhellen Seit Dienstag ist die neue Bezirksvorsteherin Margot Hülskemper offiziell im Amt. Wer ist die "Bürgermeisterin" des Dorfes? Was für ein Mensch ist sie? Das nachfolgende Interview geht ihrem Leben außerhalb der Bezirksverwaltung auf den Grund.

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Sie sind in Buchloe im Kreis Kaufbeuren geboren. Wie kamen Sie nach Kirchhellen?

Hülskemper: Meine Mutter ist Kirchhellenerin und mein Vater war in Kirchhellen stationiert. In Buchloe bin ich wirklich nur geboren, bevor wir nach Marl und schließlich nach Essen zogen. Dort besuchte ich auch die Realschule und machte meine Ausbildung zur Arzthelferin.

Warum gerade zur Arzthelferin? War das Ihr Traumberuf?

Hülskemper: Die Ausbildung bekam ich eher durch einen Zufall. Mein Vater war vor der Praxis hingefallen und deshalb gingen wir hinein. Dort erfuhr ich, dass die Ärztin noch eine Lehrstelle frei hatte. Durch Praktikas am Wochenende merkte ich, dass dieser Beruf genau meinen Neigungen entsprach.

Welche Neigungen meinen Sie?

Hülskemper: Den Umgang mit Menschen. Ich konnte mir nicht vorstellen, in irgendeinem Büro mit Innendienst zu sitzen.

Wie lange arbeiteten Sie als Arzthelferin?

Hülskemper: Nur, bis ich die Lehre beendet hatte. Danach ging ich nach Kirchhellen. Zum einen, weil ich meinen Mann damals schon kannte, zum anderen, weil ich meine Großeltern gepflegt habe. Zu der Zeit arbeitete ich im Gesundheitsamt in Bottrop, bis meine Tochter geboren wurde.

Haben Sie noch mehr Kinder?

Hülskemper: Einen Sohn und eine Tochter, die beide verheiratet sind und meine vierjährige Enkelin Merle, auf die ich sehr stolz bin.

Sind Sie nachdem die Kinder größer waren in den Beruf zurück gekehrt?

Hülskemper: Nein. Ich habe mich letztlich, um in Grafenwald besser Fuß zu fassen, in der kfd engagiert. Obwohl ich noch etwas jünger war als die meisten anderen Mitglieder, wurde ich schnell zur Sprecherin gewählt, was mir im Hinblick auf heute sehr gut getan hat.

Was hat Sie bewogen, schließlich in die CDU einzutreten?

Hülskemper: Ich war schon immer sehr politisch interessiert. Besonders in der Zeit in Essen. Da gab es am Kennedyplatz noch das Amerika-Haus. Dort fanden viele gute Veranstaltungen auch für Jugendliche statt. Doch in Essen war Politik immer sehr distanziert. Als ich nach Grafenwald kam, lernte ich das dann anders kennen. Man konnte die Politiker selber etwas fragen und mich ihnen diskutieren. Es gab viel persönlichen Kontakt und das versuche ich auch heute noch in meiner Arbeit umzusetzen.

Was sind Ihre Hobbys?

Hülskemper: Lesen. Lesen. Lesen. Wenn ich anfange zu lesen kann ich richtig abschalten. Was ich gerade lese, ist eigentlich egal. Außer Krimis, die gucke ich lieber im Fernsehen. Thriller aber schon. Ansonsten fängt es bei der FAZ an und geht über Leon Uris "Exodus", über Barbara Wood bis hin zu Nicolas Sparks.

Sind Sie immer noch in der kfd aktiv?

Hülskemper : Eher seltener. Ich helfe zweimal im Jahr mit das Frauenfrühstück vorzubereiten und beteilige mich hin und wieder an der Bibelstunde.

Wie wichtig ist Ihnen Religion?

Hülskemper : Glaube und christliches Leben haben für mich schon einen hohen Stellenwert, ich bin aber keineswegs fanatisch.

Was war es für ein Gefühl, als Sie am Dienstag mit elf Stimmen zur neuen Bezirksvorsteherin gewählt wurden?

Hülskemper : Ich war überaus zufrieden. Ich hätte ein Riesenproblem gehabt, wenn ich einstimmig gewählt worden wäre, denn die Erwartungen kann man nicht erfüllen. Deswegen war ich unheimlich erleichtert.

Gab es einen Punkt, wo Sie sich gefragt haben, was mache ich hier eigentlich?

Hülskemper: Zwei Tage vor der Wahl hätte ich am liebsten gekniffen. Ich habe mir aber das Ziel gesetzt mich in meinem Amt als Mensch nicht verbiegen zu lassen.

Wie hat Ihr Mann auf die Kandidatur reagiert?

Hülskemper: Er hat mich großartig unterstützt. Ohne ihn könnte ich das auch nicht machen. Die Familie im Rücken zu haben ist mehr sehr wichtig.

Was ist für Sie das Besondere an Kirchhellen?

Hülskemper: Die Gemeinschaft und die Vertrautheit mit den Dingen im Jahresablauf. Deshalb will ich auch weiter den Bürgersinn stärken, viel mit Jugendlichen und Familien arbeiten und die Traditionen hier weiter entwickeln und bewahren.

Könnten Sie sich vorstellen aus Kirchhellen bzw. Grafenwald wegzuziehen?

Hülskemper: Nein, auf keinen Fall. Ich habe hier alle meine Freunde und Bekannten.

Mit Margot Hülskemper sprach Yvonne Dziabel.

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