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Immer auf die Kleinen

Grafenwald "Nicht bei den Kindern kürzen!" Mit dieser Aufforderung ruft der AWO-Kindergarten Spatzennest zum gemeinsamen Protest am 15. September vor dem Landtag auf.

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Dabei hört sich "Kinderbildungsgesetz" doch eigentlich ganz positiv an. "Nicht für uns", schüttelt Gabi Klebe, Leiterin des AWO-Kindergartens in Grafenwald und Kritikerin des neuen Gesetzes, den Kopf. "Jetzt zahlen Eltern einen Betrag, für den die Kinder auch nachmittags kommen können, künftig gäbe es dafür nur eine 25-stündige Minimumbetreuung."

Die meisten Eltern sind nach ihren Erfahrungen nicht unbedingt auf einen Ganztagsplatz angewiesen und würden wohl die Mehrkosten scheuen, obwohl sie wüssten, dass soziales Lernen in der Gruppe wichtig sei. "Und das wiederum würde dann zu Kürzungen im Personalbereich führen."

Empfänger von Arbeitslosengeld II könnte es sogar noch härter treffen. Wird der Beitrag auch für eine Nachmittagsbetreuung momentan noch vom Amt übernommen, so gelte dies in Zukunft nur noch für den morgendlichen Bereich. "Dabei ist es gerade auch für diese Kinder wichtig, dass sie hier warmes Essen erhalten und sich sinnvoll beschäftigen", so Klebe.

Der Kindergarten wird durch die geplante Pauschalfinanzierung für Gehälter, Reparaturen und Sachkosten gezwungen sein zu sparen. Erfahrene und somit "teurere" Mitarbeiter würden nicht eingestellt, die Anzahl und die Wochenarbeitszeit des Personals abgebaut, fürchtet Gabi Klebe.

Die neue Gesetzgebung sieht auch vor, dass beispielsweise rund zehn Kinder unter drei Jahren von nur noch zwei Fachkräften betreut werden. "Das sollten die Politiker mal selbst zu Hause ausprobieren, wie man mit zehn Kindern zu zweit klar kommt, wenn einer getröstet werden muss, der andere eine neue Pampers braucht und die restlichen Kinder trotzdem beaufsichtigt werden sollen", ärgert sich Klebe. Die pädagogische Erfahrungen würde bei personeller Unterbesetzung auch nicht weiterhelfen. "Wir haben auch nur zwei Arme und einen Schoß.".

Erschwerend kommt aus ihrer Sicht hinzu, dass es keine gesetzliche Höchstgrenze für die Gruppengröße mehr gäbe. Damit sei nicht auszuschließen, dass die Träger zur Finanzierung der Kindergärten gezwungen werden, Gruppen mit mehr als 30 Kindern einzurichten. dzi

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