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Jürgen Becker in Höchstform

DORSTEN Zur Wiedereröffnung des Gemeinschaftshauses Wulfen zog Kabarettist Jürgen Becker in gewohnter Manier gekonnt die Register spitzzüngigen Könnens. Sein Fazit: "Der Mensch ist ein Rheinländer".

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Jürgen Becker in Höchstform

Unverwechselbarer Auftritt: Mit Hirschgeweih und übergroßen Brillengläsern beäugt Jürgen Becker das Weltgeschehen.

"Toll, wie die das Haus hier renoviert haben, sieht genauso aus wie vorher. Das ist ja die wahre Kunst der Restauratoren, dass man keinen Unterschied zu vorher sieht."

Eine typische Begrüßung à la Jürgen Becker. Damit hatte der bekannte Rheinländer die 650 Besucher im Gemeinschaftshaus schon für sich gewonnen. "Ja, was glauben Sie denn?", so der Titel seines aktuellen Programms, das er als eine "kabarettistische Götterspeise der köstlichen Art" serviert. Das hatten die Zuschauer dann bis zur Ursuppe auszulöffeln (erst war eine heiße Gaswolke da, dann ein dampfender Köttel).

Humoristische Sorgfaltspflicht

Mit humoristischer Sorgfaltspflicht entmystifizierte Becker das religiöse Alltagswissen: "Adam und Eva sind nichts anderes als Hanny und Nanny." Klingt irgendwie glaubhaft. Seine selbstironischen Erkenntnisse zur Evolution: "Der Mensch ist evolutionstechnisch ein Rheinländer, der kann nichts, traut sich aber alles zu." Doch zum Glück kann der Mensch alles mit seinem Gehirn kompensieren, Humor ist nämlich nichts anderes als eine Fehlmeldung an das Gehirn. "Torte im Gesicht. Gehört da nicht hin. Lustig." Und selbst, wenn unser Schaltzentrum schlapp macht, kann der Mensch ausgleichen. "Wenn das Gehirn ausfällt, dann übernimmt die Leber."

Jürgen Becker lieferte eine kabarettistische Kulturgeschichte des Glaubens, die in ihrer detaillierten Wissensfülle ihresgleichen sucht. Er vermag es, das Absurde in den Mythen des Alltags und der Wissenschaft zu erkennen. Mit dem rheinischen Schalk im Mund kalauerte er sich in göttliche Höchstform. Und so ist es kein Wunder, dass man danach nur an den einen glaubt: an Jürgen Becker.

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