Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Kolonien brauchten Platz für Ziege, Schwein und Garten

Anzeige

Dorsten Ziege, Schwein, Nutzgarten und die Großfamilie - so ein Bergmannshaushalt beanspruchte schon jede Menge Platz. "Deswegen sind die Häuser in den Zechensiedlungen auch alle auf Lücke gebaut worden", erklärt Walter Schulte die Großzügigkeit der Zechenanlagen, die auf der alten Karte deutlich ins Auge springt.

Die Beschäftigung mit dem Bergbau in all seinen vielschichtigen Facetten ist die Aufgabe, der sich der Verein für Bergbau-, Industrie-, und Sozialgeschichte Dorsten verschrieben hat. Deshalb ist die Freude über die Ausstellung, die ab Sonntag drei Wochen lang im Foyer der Holsterhausener Sparkassen-Filiale, Freiheitsstraße, zu sehen ist, besonders groß: Erstmals werden Reproduktionen historischer Dokumente über die Entwicklung der Zechensiedlungen sowohl in Hervest-Dorsten als auch in Holsterhausen präsentiert. Die Originale führen in eine Zeit zurück, als die Zechen Baldur und Fürst Leopold goldene Zeiten für schwarze Kohle in Dorsten versprachen. Straßen-, Siedlungs- und Lagepläne zur Kanalisation aus den Jahren um 1911 wurden akkurat auf Öl getränktes Pergament gezeichnet. "Diese Dokumente lagern im Archiv von Westfalenbau am Brunnenplatz und wurden uns zur Verfügung gestellt", dankt Vereinsvorsitzender Hans-Udo Schneider. Die Sparkasse Vest nahm die Reproduktion der Dokumente in die Hand.

An Stellwänden angebracht laden sie nun Jung und Alt zum Schauen und Entdecken ein: Da "liegt" z.B. die alte Kolonie an der Ostseite der Borkener Straße mit der Baldurschule mittendrin. Und dem Friedensplatz, wo man sich zum geselligen Zeitvertreib traf. "Jede Siedlung hatte auch ihren Kaiser", scherzt Walter Schulte und verweist auf alte Straßennamen, die sich später von Kaiser-Wilhelm- in Freiheitsstraße verwandelten.

"Wir würden die Dokumente später gerne im westlichen Torhaus von Leopold ausstellen, das wir als kleines Museum zur Erhellung der lokalen Bergbaugeschichte einrichten möchten", hofft Hans-Udo Schneider darauf, dass diese Pläne Wirklichkeit werden. sing

Beim Familienfest in Holsterhausen am Sonntag (2.9.) kann man sich die Ausstellung mit fachkundiger Erläuterung ansehen.

Anzeige
Anzeige