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Lebendiges Denkmal

Dorsten Schulleiter Norbert Weber brauchte einige Zeit, um die zahlreich erschienene Prominenz zu begrüßen. Insgesamt 200 Gäste waren gestern in das Schulgebäude an der Halterner Straße gekommen, um den neuen Schulnamen zu feiern: Paul Spiegel-Berufskolleg Dorsten.

Es ist mir eine große Freude, heute hier zu sein", würdigte Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, in ihrem Grußwort die Umbenennung als Anerkennung des Lebenswerkes ihres Amtsvorgängers, der am 30. April 2006 verstarb. Sein Name sei Mahnung und Auftrag zugleich, Toleranz und ein friedliches Miteinander voranzutreiben. Mit Sorge und Enttäuschung habe Paul Spiegel am Ende seines Lebens einen wachsenden Antisemitismus wahrnehmen müssen und gezweifelt, ob er denn nichts habe bewirken können. "Wäre er heute hier, könnte er sehen, dass er doch etwas bewirkt hat", appelliert sie an die Schulgemeinschaft, das "Denkmal" nun mit Leben zu füllen.

Durch die neue Namensgebung sei Dorsten nun auch mit Düsseldorf eng verbunden, denn 2004 habe Paul Spiegel in der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität die Ehrendoktorwürde in Empfang genommen", rief der Dekan und Festredner Prof. Dr. Ulrich von Alemann in Erinnerung. "Dass dieses Haus nun seinen Namen trägt, ist auch ein sichtbares Zeichen an alle Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, dass sie in Deutschland ihr Zuhause finden."

Bewegende Momente

Die von Schülern vorgetragenen Spiegel-Zitate und persönlichen Empfindungen berührten die Witwe, Gisèle Spiegel, und ihre beiden Töchter sehr. "Wir danken für die Ehre, Sympathie und Anteilnahme, die uns entgegengebracht wurde", sprach Tochter Leonie stellvertretend für ihre Familie, die nur allzu gerne die Einwilligung zu der Namenspatenschaft gegeben hatte. "Mein Vater hoffte immer, dass seine Aufrufe zu Frieden und Toleranz die nachwachsende Generation erreichen."

In Dorsten sind sie angekommen. sing

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