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Musik, die Trost spendet

Dorsten Den Besuchern der Agatha-Kirche bot sich am Sonntag ein imposantes Bild. Unter der Leitung von Eugen Kayser wurde Brahms "Ein Deutsches Requiem" aufgeführt.

In der Kirche hatten sich die Sänger des Chors der Städtischen Musikschule Dorsten, der Städtische Musikverein Gelsenkirchen, Gäste aus dem "Weald Choir of Crawley" und die Bergischen Symphoniker versammelt, um das wohl bekannteste Werk von Johannes Brahms zu präsentieren. Die Soli des Werkes wurden von der Sopranistin Christine Alexander und dem Bariton Joachim Gabriel Maß gesungen. Bei den Besuchern fand die Veranstaltung großen Anklang: Die Agatha-Kirche war beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt.

Brahms "Requiem" stellt eine Neuinterpretation der traditionellen Totenmesse dar. Die Liedtexte dazu setzen sich aus dem Alten und Neuen Testament sowie den Apokryphen zusammen. Nicht die Verstorbenen, sondern die Lebenden, die Hinterbliebenen sollen Trost in der Musik finden.

Glaubensgewissheit

So folgt der Thematisierung von Tod, Trauer und Trost im ersten Satz die Umwandlung der Trauer in die Aussicht auf "ewige Freude" am Ende des zweiten Satzes. Der dritte Satz setzt dann den leidenden Menschen in den Mittelpunkt. Ausgedrückt durch den Dialog zwischen Bariton und Chor findet seine Fragen in der Orgelpunkt-Fuge die tröstliche Antwort. Brahms wählte hier das Tonika-D als Symbol für die unerschütterliche Glaubensgewissheit.

Der vierte Satz zeichnet mit seiner schlichten Liedhaftigkeit einen idyllischen Kontrast zu dem Konflikt der ersten drei Sätze. Das erneut im fünften Satz aufgegriffene dramatische Element des Dialogs zwischen Sopran-Solo und Chor ist jetzt verwandelt. Das Sopran-Solo spendet Trost durch die Worte Jesaias: "Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet" (Jes. 66,13).

Der sechste Satz des "Requiems" stellt nun den dramatischen Höhepunkt des Werkes dar. Er feiert die Auferstehung der Toten als Sieg über den Tod und die Hölle. Bariton-Solo und Chor singen die Worte des 1. Korinther-Briefs: "Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg?" (1. Korinther 15, 51-55). Mit einer gewaltigen Fuge am Ende des Satzes wird Gottes Allmacht zum Ausdruck gebracht.

Wandel zur Hoffnung

Der siebte Satz greift mit neuem Gottvertrauen die ruhige Stimmung des Eingangssatzes auf. Allerdings sind nun Trauer und Trostlosigkeit in Trost und Hoffnung verwandelt: "Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an. Ja, der Geist spricht, dass sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach." (Off. Joh. 14,13).

Ein Trost für den Komponisten, Trost und Hoffnung auch für die Zuhörer am Sonntagnachmittag. EK

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