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Musik ließ den Atem stoppen

Raesfeld Algerischer Rai-Pop erklingt wohl nicht alle Tage in den Gemäuern von Schloss Raesfeld. Für einen Jungstar wie Najim und seine Band muss die Lokalität eher ungewöhnlich gewesen sein.

Statt begeistert jubelnder Anhänger traf er im nicht ganz gefüllten Kaminzimmer des Schlosses auf ein vorwiegend gesetztes Publikum, das sich zum Sonntagnachmittagskonzert eingefunden hatte.

Doch schon nach den ersten Liedern hatte der 22-jährige Algerier die Herzen der Zuhörer weit für den algerischen Rai geöffnet. Das tat er zwar auf Arabisch, nur wenige Leute im Raum konnten die Texte verstehen. Und auch sein Gespräch mit dem Publikum war eher einseitig, die wenigsten beherrschten die französische Sprache.

Doch es war schließlich die mitreißende Musik, die alle Sprachbarrieren überwand. Najim und seine Band aus hochkarätigen Musikern schufen unter den ungünstigen räumlichen Bedingungen Musik zum Atemloswerden. Mal poppig, mal mit Jazzelementen und Synthesizereffekten unterlegt, dann wieder balladesk verträumt verzauberten sie ihr Publikum.

Der junge Sänger wird, völlig gerechtfertigt, besonders für seine stimmliche Präsenz und Präzision gelobt. Seit Najim auf der Weltbühne des Rai erschienen ist, fand er Unterstützung bei den ganz Großen des Fachs. Schon für sein erstes Album "Kount Enhawes" (Ich suche) konnte er Salah Rahoui gewinnen, Produzent, Komponist und Songschreiber für Bands wie Gipsy Kings und die Rai-Koryphäe Khaled. Die musikalische Zusammenarbeit setzte sich auch bei Najims zweitem Album "SABA" fort. Ein Duett mit Cheikha Rimitti, der Edith Piaf des Rai, konnte Najim noch kurz vor ihrem Tod aufnehmen.

Von Stühlen gerissen

Aus diesem zweiten Album spielten Najim und seine Band dann am Sonntag auch einige Stücke. Nach dem vierten Song riss es die ersten Zuhörer von ihren Stühlen. Still sitzen bleiben bei dieser großartigen Musik, das war schlichtweg unmöglich. EK www.chebnajim.com

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