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Naturerlebnispfad ist offiziell eröffnet

„Neue Wildnis Dämmerwald“

Der Erlebnispfad Dämmerwald ist am Freitag offiziell eröffnet worden. Und er hat auch Förster Ulli Körschgen überzeugt, der das Projekt anfangs kritisch sah.

Schermbeck

von Berthold Fehmer

, 22.06.2018
Naturerlebnispfad ist offiziell eröffnet

Landrat Ansgar Müller, Staatssekretär Heinrich Bottermann vom Umweltministerium, Heinrich Barkmeyer (stellvertretender Leiter des Betriebs Wald und Holz) , Bürgermeister Mike Rexforth und Martin Tönnes vom RVR (v.l.) schnitten das Band durch und gaben so am Freitagnachmittag den Naturerlebnispfad der „Neuen Wildnis Dämmerwald“ offiziell frei. © Berthold Fehmer

Seine Gummistiefel hatte Bürgermeister Mike Rexforth wieder angezogen. Wie beim Spatenstich im November 2017, als es in Strömen geregnet hatte. Glücklicherweise konnte Otto Pöll, Leiter des Regionalforstamts Niederrhein, sein damaliges Versprechen einhalten, dass es bei der Eröffnung besseres Wetter geben würde.

Eigentlich reine Formsache war die Eröffnung des Erlebnispfads Dämmerwald am Freitag. Denn längst, so Otto Pöll, haben die Menschen das Angebot an der Malberger Straße angenommen. Und in ihr Herz geschlossen. Einige verzichten sogar sonntags auf einen Besuch, weil es dann zu voll ist. „Wir haben viele Anfragen im Büro“, sagte Pöll, etwa von Lehrern, die für Schulkinder Auflüge planen. Jetzt werde man in den nächsten Wochen alle Schulen in der Umgebung anschreiben, kündigte Pöll an, da es nun Informationsmaterial gebe, etwa ein Projektheft für fünfte und sechste Jahrgänge. Zudem die freigeschaltete Internetseite und eine App für Smartphones.

Führungen starten

Außerdem bietet der Landesbetrieb ab jetzt bis September an jedem Donnerstag Führungen an, die um 15 Uhr am Parkplatz Teufelsstein starten und etwa zwei Stunden dauern. Erwachsene zahlen 5 Euro, Kinder und Jugendliche nichts. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. (0281) 338320 oder wildnis.niederrhein@wald-und-holz.nrw.de .

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Wildnis Dämmerwald

22.06.2018
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Mehr als 100 Besucher kamen zur Eröffnung des Erlebnispfads Dämmerwald.© Foto: Berthold Fehmer
Interessiert verfolgten die Gäste die zahlreichen Grußworte.© Foto: Berthold Fehmer
Viele spannende Ausblicke ermöglicht der neue Erlebnispfad.© Foto: Berthold Fehmer
Dieses Flatterband wird nie wieder im Wildnisentwicklungsgebiet Dämmerwald hängen, da man den Wald ab jetzt sich selbst überlässt.© Foto: Berthold Fehmer
Bürgermeister Mike Rexforth (l.) lobte die Akteure, die sich jahrelang mit dem Projekt beschäftigt haben.© Foto: Berthold Fehmer
Otto Pöll, Leiter des Regionalforstamts Niederrhein, war eine der treibenden Kräfte hinter dem Wildnisentwicklungsgebiet Dämmerwald.© Foto: Berthold Fehmer
Auch auf den Wegen gibt es einiges zu entdecken, etwa eine Nacktschnecke.© Foto: Berthold Fehmer
Förster Ulli Körschgen erläuterte den Besuchern bei einer kleinen Führung einige der Waldfenster, an denen etwa Tiere des Waldes auch erfühlbar dargestellt sind.© Foto: Berthold Fehmer
Das Waldfenster "Stockwerke": Hier wird der Blick auf die unterschiedlichen Schichten des Waldes gelenkt.© Foto: Berthold Fehmer
Landrat Ansgar Müller, Staatssekretär Heinrich Bottermann vom Umweltministerium, Heinrich Barkmeyer (stellvertretender Leiter des Betriebs Wald und Holz) , Bürgermeister Mike Rexforth und Martin Tönnes (RVR) schnitten das Flatterband durch und gaben so am Freitagnachmittag den Naturerlebnispfad der "Neuen Wildnis Dämmerwald" offiziell frei.© Foto: Berthold Fehmer

Alle Redner stellten die Besonderheit des Pilotprojekts dar, das derzeit Nachahmer in Arnsberg und Hochstift (Kreis Höxter) findet. Staatssekretär Heinrich Bottermann vom Umweltministerium sagte, dass man an diesem Ort sehen könne, „wie Leben funktioniert“, wenn etwa aus abgestorbenen Bäumen neue Pflanzen erwachsen.

Landrat Ansgar Müller: „Gepflegte Ordnung darf sein, doch wir brauchen auch die Wildnis.“ Dort könne der moderne Mensch feststellen, dass das Leben mit Airbags und Eigentumswohnungen „etwas trügerisches hat“. Heinrich Barkmyer (Wald und Holz) sagte, das der Wald Erholung biete und es in Japan den Begriff des „Waldbadens“ gebe, was wissenschaftlich erwiesen gegen Depressionen helfe. „Das wäre vielleicht was für uns, Herr Pöll“, hatte Barkmeyer die Lacher auf seiner Seite.

Mike Rexforth erinnerte sich an den Tag, als Pöll, „der Mann mit den großen Händen“, ihm das Projekt vorgestellt hatte und er sofort „Feuer und Flamme“ gewesen sei. Man habe aber viele bürokratische Hürden beiseite schieben müssen.

Förster ist auch überzeugt

Ulli Körschgen, der eine Gruppe von Besuchern anschließend über den Pfad führte, sagte, dass er das Projekt anfangs kritisch gesehen habe. Einen bestehenden Lehrpfad an gleicher Stelle habe man in den 90er-Jahren abgebaut, nun einen neuen aufgebaut. Doch eine Führung mit Gahlener Kindergartenkindern in der letzten Woche habe ihm gezeigt, „wie wertvoll der Weg wirklich ist“. Körschgen: „Die meisten Menschen haben im Wald nur das Große und Ganze im Blick, nicht die Details“, sagte Körschgen. Die Angebote für Sehbehinderte, etwa erfühlbare Tiere des Waldes, seien auch bei den Kindern beliebt. „Manche haben gefragt, warum das Schild unter der Blaumeise angebracht ist. Aber Kinder fangen erst an zu tasten und fragen sich dann: Was ist das für ein Vogel?“