Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Offene Tür wird fest verschlossen

Holsterhausen Lange können Honorarkraft Jan und die kleine Vanessa im Kinder- und Jugendhaus an der Ahornstraße nicht mehr zusammen Karten spielen. Die Schließung des evangelischen Heimes der Offenen Tür ist beschlossene Sache.

Anzeige

Grund dafür ist der kommunale Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Dorsten für die Jahre 2007 bis 2009. Der sieht eine Einstellung der finanziellen Förderung des Hauses vor. Der "schwarze Peter" liegt allerdings nicht bei der Stadt Dorsten. Die Streichung ist nur eine Reaktion auf die Tatsache, dass der Anteil der katholischen und evangelischen Kirche als Träger von 53,9 auf 35,4 Prozent gedrückt werden muss. Das versteht auch Heidemarie Klein. "Die Kirche steckt in einem Prozess, bei dem aus finanzieller Sicht einige Bereiche genauer betrachtet werden müssen", erklärt die Leiterin des Heimes.

Der Haupt- und Finanzausschuss wird der Beschlussvorlage des Jugendhilfeausschusses aller Voraussicht nach zustimmen. Im Bereich der Einrichtungen für Jugendliche in Dorsten galt es abzuwägen. Holsterhausen hat mit dem katholischen Heim der Offenen Tür an der Olbergstraße eine zweites Haus dieser Art, dagegen gab es im Bereich Hervest Nachholbedarf. Dort wird eine volle Stelle eingerichtet. "Schade" findet Müller, dass sie nach 22 Jahren ihren Arbeitsplatz räumen muss. Allerdings beruhigt sie gleichzeitig. "Es laufen Gespräche, weiter in Hervest und Holsterhausen Jugendarbeit zu gestalten. Die Zusammenarbeit zwischen evangelischen und katholischen Einrichtungen läuft sehr gut."

Überraschend kam das Aus für Müller nicht. "Wir wissen im Prinzip schon seit dem Sommer, dass es hier zu Ende geht, das haben wir auch den Kindern gesagt. Denen darf man keine falschen Hoffnungen machen."

Erhebliche Bedenken

Der Verband der evangelischen Kirchengemeinden im Bereich Dorsten hat dem Jugendförderplan zugestimmt, allerdings unter "ganz erheblichen Bedenken". In einem Schreiben an den Sozial- und Jugenddezernenten Gerd Baumeister wird betont, dass sich "Angebote für Kinder und Jugendliche (...) mit den geplanten personellen und finanziellen Ressourcen nur sehr eingeschränkt realisieren lassen".

Müller kann das nachvollziehen, sieht die Situation vor Ort aber pragmatisch: "Wenn die Jugendarbeit in Hervest läuft, hoffe ich, dass viele der Kinder auch dort hin gehen. Wir müssen aus der schlechten Situation noch das Beste machen." Daniel Maiß

Anzeige
Anzeige