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Onkel Hans und kecke Helga

Dorsten Helga war schon eine tolle Tanzpartnerin. Doch den Spruch, den sie Lambert Lütkenhorst damals beim Abschlussball aufs Tischkärtchen schrieb, ließ ihn flugs aus Wolke 7 stürzen.

"Mit einem abgewandelten Wilhelm-Busch-Zitat hatte sie doch tatsächlich meine tänzerischen Qualitäten in Frage gestellt", schmunzelt der heutige Bürgermeister mit gespieltem Erstaunen.

Mit persönlichen Erinnerungen an seine eigenen "60er Jahre" in Dorsten unterhielt er am Montag im Alten Rathaus die Teilnehmer der Buchpräsentation "Unsere 60er Jahre in Dorsten (wir berichteten) aufs trefflichste. Das erdbeerrote Buch, das die Dorstener Zeitung als Ergebnis ihrer nunmehr dritten Leserfotoaktion im Wartberg-Verlag herausgebracht hat, schmeckt Lütkenhorst besonders gut, denn: "An diese Zeit habe ich selber viele Erinnerungen." Die fielen ihm auch prompt wieder ein, als Fotos vergangener Tage, von Buchautorin Anke Klapsing-Reich kommentiert, über die Leinwand flimmerten.

Blutige Boxkämpfe

Zum Beispiel von der "eldo nova", der heiß begehrten Einbauküche aus dem damaligen Möbelwerk Elsenbusch an der Gelsenkirchener Straße. "Am Fließband habe ich die Einschübe in die Schränke geschraubt", schwitzte Lütkenhorst bei seinem anstrengenden eldo-Job in den Sommerferien.

Der Anblick der schlagfertigen Faustkämpfertruppe unter Trainer Jan ten Bulte weckte Erinnerungen an seinen Onkel Hans, der als Hausmeister der Bonifatiusschule auch die Schlüsselgewalt über die Boxkampfstätte in der Schulturnhalle hatte. "Kindern war das Zuschauen beim Boxen strengstens verboten", erzählte Lütkenhorst. Doch dank seiner Onkel-Beziehungen konnte er von seinem Geheimplatz unter dem Boxring das blutige Geschehen durch ein Loch in der Abdeckplane beobachten.

"Flug" in die Ehe

"Dieses Unternehmen müssten wir als Ordnungsbehörde heute unterbinden", kommentierte Lütkenhorst das fröhliche Foto, auf dem das frisch getraute Hochzeitspaar Berger 1967 in dem auf einen Hänger montierten Segelflugzeug zur Deutener Gaststätte Poppelhannes gezogen wurde.

Vielfältige Erinnerungen an ein beschwingtes Lebensjahrzehnt, die dank der Einsendungen der Fotoaktionsteilnehmer in dem neuen erdbeerroten Band der Dorstener Nachwelt erhalten bleiben.

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