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"Saufen verboten!" reicht nicht aus

Dorsten Zechgelage und ihre unschönen Folgen (wie Müllberge und Scherben) beschäftigten zuletzt mehrfach die Ratsgremien. Ordnungsamtsleiter Rolf Köllmann hält es dennoch nicht für zweckmäßig, wenn Dorsten sich der Kampagne "Alkoholfreie Stadt" des Städte- und Gemeindebundes anschließen würde.

"Dorsten ist nunmal kein weißer Fleck auf der Trunkenbold-Landkarte, auch wir haben im Sommerhalbjahr unsere saisonalen Baustellen", ist dem Ordnungsamts-Chef die Problematik nicht neu. Um aber die Situation an den sieben, acht lokalen Brennpunkten in den Griff zu bekommen, helfe das Etikett "alkoholfreie Stadt" wenig.

Köllmann: "Wir haben durch die ordnungsbehördliche Verordnung genügend Eingriffsmöglichkeiten, aber es hapert beim Personal. Wir müssten abends und am Wochenende unterwegs sein und da fehlen mir einfach die ,Soldaten' dazu!"

Spielregeln

Dagegen ist die Stadt dabei, zumindest die formalen Voraussetzungen zur Eindämmung von Alkohol-Exzessen zu schaffen. An allen bekannten Problempunkten sollen Schilder mit den Spielregeln zum angemessenen Verhalten aufgestellt werden. Wird dagegen beispielsweise durch Alkoholkonsum, aber auch durch Gröhlen verstoßen, können Polizei oder Ordnungsamt wegen "Hausfriedensbruch" einschreiten. Zudem kann ein Bußgeld von 35 Euro verhängt werden.

Manchmal genüge es auch schon, etwa durch Rückschnitt der Bepflanzung die Schauplätze ins öffentliche Licht zu rücken - Schluckspechte schätzen es offenbar nicht, auf dem Präsentierteller zu sitzen.

Ansonsten kann die Verwaltung ihre Kontrollfunktion mit einer einzigen 25-Stunden-Kraft nur sehr eingeschränkt ausüben, selbst wenn Köllmann darüber nachdenkt, die Arbeitszeit saisonal flexibel (lang im Sommer, kurz im Winter) zu gestalten. Wenn also außerhalb der Verwaltungs-Dienstzeiten lautstarke Zecher Passanten und Anwohner anpöbeln und die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden, bleibt es dabei: Wer Hilfe braucht, wende sich an die Polizei! kdk

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