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Soziales Elend wächst erschreckend

Dorsten Mittagessen? Gibt es nicht. Teilnahme an der Klassenfahrten? Nur wenn der Förderverein einspringt. Not und Elend an Dorstens Schulen: Laut Umfrage des Dorstener Arbeitslosentreffs leiden Schüler, deren Eltern Hartz IV beziehen oder zu den einkommensschwachen Gruppen gehören,erheblichen Mangel.

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Reinhild Reska (Foto) vom Dorstener Arbeitslosentreff initiierte die Untersuchung an den Schulen. Sie schickte anonyme Fragebögen an die Einrichtungen. In die Auswertung flossen am Ende 19 von 26 angeschriebenen und angerufenen Schulen ein. Ihr Fazit: "Von Chancengleichheit keine Spur. Die Armut nimmt immer weiter zu. Schulen schätzen, dass die Dunkelziffer armer Kinder weit höher ist als allgemein angenommen wird."

Dabei hielten die Befragten mit Auskünften nicht hinterm Berg. Je nach Standort bezifferten sie die Anzahl von Kindern, die zur Gruppe der bekannten Hilfsbedürftigen gehören, auf zehn bis 15 pro Einheit. Die Dunkelziffer sei aber weitaus höher So musste der Verband Ev. Kirchengemeinden als Träger von vier offenen Ganztagsgrundschulen für die Jahre 2005 und 2006 4.500 Euro Essensgelder begleichen, weil die Eltern der Übermittagkinder nicht imstande waren, den Betrag aufzubringen. Viele Eltern meldeten ihre Kinder gar nicht erst dafür an, weil sie das Geld fürs Mittagessen nicht haben. Allerdings: "Es gab auch Angaben, wonach Eltern ihr Budget für Alkohol aufwenden, statt die Bedürfnisse ihrer Kinder zu befriedigen", räumt Reska ein. Diese Schulen machten aber Vorschläge, wie man dem Kindeswohl gerecht werden könne: "Indem Leistungen in ein Budget der Schulen fließen, das diese wiederum für Anschaffungen und Ausbildung der bedürftigen Kinder verwenden", schildert Reska.

Zwar gebe es in Dorsten etliche Organisationen wie zum Beispiel Lions und Rotarier, die mit großzügigen Spenden die Not der armen Kinder an Schulen lindern. Nicht zuletzt tragen auch die Fördervereine kräftig dazu bei, dass diese Kinder nicht vollständig entgleiten. Reinhild Reska meint aber, dass es nicht Aufgabe dieser Gruppen sei, das Elend zu lindern: "Es muss eine politische Richtungsänderung geben, damit diese Kinder eine echte Chance bekommen." eng

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