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Taxifahrer haben Nase voll vom Diesel

DORSTEN Unter der Last der hohen Dieselpreise drohen die Taxi-Fahrer zusammenzubrechen. Sie stöhnen unisono: "Der hohe Diesel-Preis frisst uns auf." Um die Ausgaben aufzufangen, haben sie eine Tariferhöhung beantragt.

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Rudolf Micko, Fahrer beim Taxi-Unternehmen Albers. Sadowksi

Genau wie die Wulfenerin Taxi-Chefin Gabi Krewerth hofft auch ihr Kollege Jörg Albers dass der Kreistag in seiner Sitzung im März dem Antrag auf eine Tariferhöhung stattgibt: "Insgesamt 10 bis 20 Cent pro Kilometer sollten es schon sein."

Georg Kaiser aus Recklinghausen hat den Antrag im Sommer gestellt. Er ist Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Taxi-Unternehmer im Kreis Recklinghausen - auch wenn er selbst seinen Betrieb aufgegeben hat. "Hat sich nicht mehr rentiert", sagt er. Die Bar-Fahrten seien konstant zurückgegangen, die Gesundheitsreform habe dafür gesorgt, dass die kleinen lukrativen Krankenfahrten weggebrochen seien.

Hinzu kommen die Betriebskosten: "Alles ist teurer geworden: Versicherung, Sprit, Reparaturen, Anschaffungskosten für neue Fahrzeuge." Das sagt auch Jörg Albers, der Taxi-Unternehmer von der Borkener Straße. Allerdings weist er darauf hin, dass die Tariferhöhung zunächst einmal Mehr-Kosten für ihn bedeutet: "Die Taxameter müssen umgestellt und neu geeicht werden." Heißt: Pro Fahrzeug kostet dies 100 Euro, bei zehn Fahrzeugen im Falle Albers insgesamt 1000 Euro.

Krankenfahrten

AG-Sprecher Georg Kaiser erklärt, die Taxi-Preise seien der letzten Erhöhung im Jahre 2003 nicht mehr gestiegen: "Auch bei der Euro-Umstellung hat es keine Erhöhung gegeben." Wie sich hingegen der Spritpreis in dieser Zeit entwickelt hat, zeigt Gabi Krewerth auf: "Als wir vor fünf Jahren anfingen, hat der Liter Diesel etwas mehr als eine Mark gekostet, heute sind es fast 1,30 Euro." Ihr Taxi-Unternehmen übernehme zu 80 Prozent Krankenfahrten ("anders könnten wir in Wulfen gar nicht existieren"), die geschäftliche Situation nennt sie "sehr bescheiden". Auch bei ihrem Kollegen Jörg Albers machen die Patientenfahrten den Schwerpunkt aus. AG-Sprecher Kaiser weiß dabei um die Lage der gut 90 Betriebe im Kreis und fordert: "Wir brauchen unbedingt ein neues Abrechnungssystem mit den Krankenkassen."

Jugend-Projekt

Die Verhandlungen mit den Kassen muss Jörg Albers aber als Einzelkämpfer führen - er ist nicht in der Taxi-Genossenschaft organisiert. Zu seiner wirtschaftlichen Situation befragt, sagt er: "Ich kann nicht klagen." Zurückzuführen sei dies auch auf das im vergangenen Jahr gestartete Jugendtaxi-Projekt, das nach zähem Anlauf ein Renner geworden sei.

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Rudolf Micko, Fahrer beim Taxi-Unternehmen Albers. Sadowksi

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