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Traumhafte Ausblicke

Dorsten Heinz Kleine-Vossbeck war schon bei den Lofoten im Norden, bis St. Tropez im Süden, Land's End im Westen und Danzig im Osten - und ich noch nie in meinem Leben in einem Motorsegler.

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So wurde für mich schon die 21-minütige Tour über Dorsten, Holsterhausen, Rhade und Wulfen zu einer ganz eigenen "Erfahrungsweltreise".

Gurte anlegen, gut festziehen, Kopfhörer auf, Klappe zu: Seit über fünfzig Jahren ist das für Kleine-Vossbeck, Fluglehrer beim Luftsportverein Dorsten, Routine. Nach eigener Schätzung hat er rund 4000 Stunden in luftiger Höhe verbracht. "Fliegen ist harte Arbeit, aber gewollte Arbeit", hat er mir vorhin, als wir noch gemütlich auf Gartenstühlen am Flugplatz saßen, erzählt.

Wer einige Stunden in dem kleinen Cockpit verbracht habe, müsse sich erstmal wieder erholen. Auf Flügen in die Schweiz zum Beispiel mache er gerne einen Zwischenstopp in den Alpen. Schließlich sei die Konzentrationsleistung nicht zu verachten: "Man muss sich ja immer bewegen, man kann da nicht mal eben am Straßenrand anhalten."

Vor allem für die klassischen Segelflieger ohne Motor sind die Beobachtung von Aufwinden, Thermik und Wolkenstruktur von essentieller Bedeutung - wer Pech hat, erwischt keinen warmen Luftschlauch, der ihn in die Höhe trägt und der Flugspaß ist nach ein paar Minuten schon wieder vorbei.

Unglaublich klein

Für mich fängt der aber gerade erst an. Nachdem D-KEKS abgehoben ist, sind wir am Start, und bevor ich es überhaupt richtig registriert habe, fliegen wir auch schon über das Atlantis-Bad. Gemeindedreieck, Holsterhausen, die A 31, alles sieht auf einmal unglaublich klein aus und liegt so nah beieinander! Unsere Reisegeschwindigkeit in der SF 25 C ("Falke") beträgt etwa 130 Stundenkilometer, trotzdem könnte der Unterschied zum Auto kaum größer sein. Ein paar sanfte Hoppler, eine grandiose Aussicht in alle Richtungen, und die Orientierung muss sich endlich mal nicht an plankonstruierte Straßenverläufe halten.

Volles Vertrauen

Zur Navigation gibt's hier im Cockpit auch GPS, das heute allerdings ausgefallen ist. Aber Heinz Kleine-Vossbeck, der mir von Flügen auf die Nordseeinseln, den Touren in Norwegen - "fliegerisch und landschaftlich fantastisch" - und von der Vogelperspektive auf die Gletscher des Mont Blanc erzählt, hat mein volles Vertrauen.

Er kennt sich aus. Ich dachte auch, ich würde mich in meiner Heimatstadt auskennen - bis ich sie von oben sah. Die Muna in Wulfen, die riesige Sandgrube am Freudenberg und die unendlich grünen Weiten der Hohen Mark waren mir in ihren Relationen nie so bewusst. Und als wären das noch nicht genug der Überraschungen, kommt die ultimative Erfahrung ja noch, das Segelfliegen.

Motor aus, Stille in der Luft. Pro fünfzig Meter Flug verlieren wir einen Höhenmeter. Im Rückanflug auf die Landebahn haben wir noch Sicht auf das Werk Hüls und die Halde, etwa 25 km entfernt. "Sichtweiten über 50 km sind hier eher selten, aber in Norwegen sind sogar 130 km möglich", erklärt Kleine-Vossbeck.

Traumziel Skandinavien

Naja, nach Skandinavien wollte ich wirklich immer schon mal. Muss ja nicht in einem Motorsegler sein. Aber nach dieser Erfahrung wäre es durchaus eine Möglichkeit. Katia Backhaus

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