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Warum die Mühle klappert

Besucher in Rhade und Deuten hörten Interessantes und Wissenswertes übers Mahlen

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«Hier sah es fürchterlich aus», erklärte der Müller im Ruhestand. Er selbst wuchs neben der Mühle auf, kennt sie von klein an und weiß deshalb um ihre wechselvolle Geschichte. Böings Vater war Müller und nahm ihn von Kindesbeinen mit zur Arbeit. Eine andere Lehrstelle, als die des Müllers, kam für Johannes Böing deswegen nicht in Frage´. Später arbeitete er mit seinem Vater in der Tüshaus- Mühle in Deuten. Zehn Jahre lang bestand das eingeschworene Team, bevor das alte Gebäude 1965 geschlossen wurde. Durch einen Zeitungsartikel 1982 wurde Böing wieder auf seine ehemalige Arbeitsstelle aufmerksam. Dort wurde jemand gesucht, der Interesse haben sollte, die alte Mühle zu einem Museum zu restaurieren. Nach der ersten Begehung hätte wahrscheinlich jeder dankend abgelehnt. Nicht so Johannes Böing. «Man musste sich einen Weg hierdurch bahnen», so Böing. 24 Jahre oder wie er es betitelt «32000 Arbeitsstunden» stecken jetzt in der Mühle. «Ich kann nur meiner Frau danken, dass sie so viel Geduld hatte», lächelte Böing. Seine Frau schien jedoch mehr als nur Verständnis zu haben. Sie stellte sich mit ihren Kollegen aus der Seniorengemeinschaft sogar draußen hin und verkaufte Kaffee und Kuchen, damit die Interessenten die Mühle, die ihr Mann mit so viel Liebe restauriert hatte, in Ruhe besichtigen und anschließend noch gemütlich Kaffeetrinken konnten. Der Erlös aus dem Verkauf geht übrigens nicht in die Mühle, sondern in die Kasse der Seniorengemeinschaft. Nicht ganz so persönlich, aber ebenfalls mit jeder Menge Herzblut, hat der Heimatverein in Rhade die Wassermühle restauriert und sich gleich daneben ein kleines Vereinsheim gebaut. Am Deutschen Mühlentag hatten beide Gebäude für Besucher geöffnet und sogar der Graf von Merveldt warf einen Blick in die wiederhergestellten Räume. Neben einer Bilderausstellung der Restauration gab es natürlich auch eine Vorführung der verschiedenen Mahlwerkzeuge und -gänge. «Wissen Sie woher das Lied `Es klappert die Mühle am rauschenden Bach` kommt?», fragte Josef Kappe vom Heimatverein bei einer Führung durch das Haus. «Von diesem Dreiknack hier», erklärte er. Der Dreiknack sitzt im Mahlgang und ist zuständig für die Dosierung der Kornmenge, die aus dem Rüttelschuh kommt. Dabei gibt er ein klapperndes Geräusch von sich, und daher komme das Lied, so Kappe. Diese und viele weitere Geschichten zur Mühle können Interessenten aber nicht nur am Mühlentag hören. «Nach Anmeldungen sind Führungen fast jederzeit möglich», versicherte Kappe. dzi

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