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Wer einmal niest, dem glaubt man nicht

Lembeck "Wer einmal niest, dem glaubt man nicht" - das trifft zumindest auf Lelio Bisognosi, den Lügner, zu. Denn jede Schwindelei lässt er sich unbekümmert von seinem Diener als Wahrheit bestätigen, Signal: "Hatschi!"

Am Mittwoch Abend bot die Kleine Bühne 74 auf der Schlossterrasse ihrem Publikum eine Komödie dar, die mit viel Witz, überraschenden Wendungen und nicht zuletzt tollen Schauspielern bestens unterhielt.

In der Hauptrolle: der unverfrorene Lügner Lelio (Franz Kleine-Beck), der nach langer Abwesenheit mit seinem Diener Arlecchino (Dirk Schulte-Mattler) nach Venedig zurückkehrt und seine Unbekanntheit dort schamlos ausnutzt. Eine Schwäche hat der junge Schwindler: "So viele Engel kann Rubens gar nicht gemalt haben, wie ihr sie mir gezeigt habt", stöhnt Arlecchino sarkastisch, und tatsächlich macht Lelio bereits am Abend seiner Ankunft die entzückende Bekanntschaft der Schönheiten Rosaura (Mareike Bittner) und Beatrice (Melanie Borrosch), den Töchtern des Dottore Balanzoni.

Verwirrungen

Tags darauf steht das Wiedersehen mit Pantalone Bisognosi (Karl-Heinz Gebhardt) an - auch ihm tischt der Sohn die blumigsten Geschichten auf: "Verzeiht mir Vater, das war die erste Lüge meines Lebens!"

Munter läuft der Faden der Geschichte weiter, den Lelio immer weiter verwickelt und sich von einer Lüge in die nächste rettet. Neben ihm bemüht sich nämlich noch der Student Florindo (Sebastian Bach) als heimlicher Verehrer um das Herz Rosauras, doch er ist zu schüchtern, seine Liebe zu gestehen. Ottavio (Daniel Krause), ein alter Freund Lelios, liebt deren Schwester Beatrice und selbst die Dienerschaft ist zutiefst in liebestolle Verwirrungen verstrickt.

Dialoge wie "Wie, ihr liebt einen Balkon?" - "Ja, ist er denn nicht zum Küssen?" (Ottavio und Florindo) oder Weisheiten a la "Das ist verdächtig! Frauen, ohne die man nicht leben kann, werden für gewöhnlich nicht geheiratet!" (Dottore Balanzoni) reizten immer wieder zum Lachen und bewiesen, dass der Humor des italienischen Dichters Carlo Goldoni auch ins 21. Jahrhundert passt.

Glänzendes Finale

Wenn der Medizinstudent schließlich ohnmächtig vor Liebe in den Schoß seiner Angebeteten sinkt, Lelio in einem Atemzug seine Mitmenschen lügnerisch ins Jenseits befördert und wieder auferstehen lässt und leider keinen Termin mehr für ein echtes Duell mit Ottavio findet, ist das Ende nicht weit.

In einem glänzenden Finale, das die Darsteller noch einmal in Schwindel-erregende Höhen trieb, findet "Der Lügner" sein abschließendes Fazit: "Ja merkt denn keiner, dass ich diese Komödie nur aufgezogen habe, um den schüchternen Florindo zu einem Geständnis seiner Liebe zu bewegen?" Gut geniest, Lelio! kab

Weitere Termine: Sonntag (12), Dienstag (14.), Donnerstag (16.), jeweils um 20 Uhr.

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