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Wo Autofahrern ein rotes Licht aufgeht

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Eine grüne Welle ist eine feine Sache. Motorisierte Verkehrsteilnehmer kommen deutlich schneller zum Ziel und die Umwelt hat auch etwas davon, weil ihr Abgase und erhöhter Spritverbrauch eines "Stop-and-Go"-Verkehrs erspart bleiben.

Schade nur, dass auf einer Hauptverkehrsader durch das Dorstener Zentrum stattdessen oft eine rote Welle rollt. Oder eben nicht: Dem Vernehmen nach stehen die Autos an fast jeder Ampel.

Wir machten die Probe aufs Exempel und verpflichteten Benno Bleifuß als Testfahrer. Sein Auftrag: Eine Stadtkern-Passage von Süd nach Nord, ca. ein Kilometer, sechs Ampeln.

Wo es von der Kirchhellener Allee an der Bovenhorst nach links ins Zentrum geht, zeigt die erste Ampel rot. Benno Bleifuß gibt sich gelassen. Kaum springt die Signalanlage auf grün, steigt er jedoch aufs Gaspedal und schießt um die Ecke. Nützt nichts: Die Ampel am Busbahnhof schaltet auf rot, bevor er auf Tuchfühlung heran ist. "So ein Mist, dass dahinten ein Polizeiwagen steht", presst Bleifuß hervor.

Geduldsprobe

Nächster Versuch. Anfahren, ein paar Meter rollen, wieder stoppen. An der "Vestischen Allee" leuchtet es erneut rot. Entsprechend färbt sich auch das Gesicht unseres Testfahrers. Ungeduldig lässt er den Motor aufheulen, tastet sich zentimeterweise auf die Kreuzung.

Endlich grün! Bleifuß gibt Vollgas - und steht am Ostwall sofort vor der nächsten Ampel. Genauso ergeht es ihm ein paar Meter weiter an der Kreuzung Kappusstiege. Schweiß rinnt von seiner Stirn, aus seinen Ohren steigen Rauchwolken gen Autodach. Ein unartikuliertes Grollen dringt tief aus seinem Innern nach draußen. Und es wird grün!

Aber Bleifuß bleibt stehen. Er ignoriert das Hupen hinter sich und das grüne Licht der Ampelanlage am Lippetor vor sich. "Noch einmal legt ihr mich nicht rein", murmelt er, "wenn ich anfahre, wird's doch sofort wieder rot." Pustekuchen! Es bleibt grün. Zumindest solange, bis Benno Bleifuß sein Auto in Bewegung setzt. Just in diesem Moment springt die Ampel um.

An dieser Stelle musste unser Versuch leider abgebrochen werden. Der tobende Fahrer wurde mit einer Zwangsjacke gebändigt und in eine Spezialklinik eingeliefert. Falls Sie ihn besuchen und Blumen mitbringen wollen: Vermeiden Sie unter allen Umständen rote Rosen!

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