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Zurück aus dem Paradies

Dorsten Die ersten Schritte führten ihn - natürlich - zum Marktplatz. Dort, wo er einst Eis verkaufte, Kaffee zubereitete. Im Café "Filipin", in seinem Café.

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Antonio Filipin ist zurück in Dorsten. Nicht für immer natürlich, sondern nur für ein paar Tage. Alte Freunde besucht der frühere Eismann und immer noch aktive Künstler, schaut sich um in der Stadt, die bis 1992 seine Heimat war. Dann wanderte Filipin aus - oder zog einfach nur um, wie er stets betonte. Packte sein Hab und Gut in einen Überseecontainer und verschwand ins Paradies. "Das ist da, wo man sich wohl fühlt", meint der heute 66-Jährige, den viele Dorstener nur mit seinem Vornamen Antonio ansprachen.

Sein Paradies sind seit 15 Jahren die Seychellen, dort lebt er auf der Hauptinsel Mahé. Vor wenigen Tagen noch hat Antonio mit seinem Schwiegervater Edison und dessen Bruder an seinem Haus gewerkelt. "Das war nicht einfach", schmunzelt er. "Ich wollte, dass die Wände schräg zur Seite laufen, doch Edison hat alles im Winkel gebaut."

Normal war für Antonio schon zu seiner Dorstener Zeit langweilig. Viele erinnern sich noch gerne an die Staffelei in der Eisdiele oder die großen Baumstämme, die zwischen Altem Rathaus und Agathakirche standen. Mit Schnitzmesser und Kettensäge bearbeitet Antonio das Holz, so entstanden kuriose Figuren. Etliche Tassen Kaffee wurden kalt, weil die Kunden lieber dem Treiben des Bildhauers zusahen. War das Wetter schlecht, stand er halt im Café an der Staffelei und skizzierte irgendeine Idee.

Sein Schwiegervater Edison und Tochter Rebecca kennen die mitunter skurrilen Geschichten schon. Sie haben Filipin in die alte Heimat begleitet. "Es ist schön, mal wieder hier zu sein", sagt der gebürtige Italiener, der auch noch einige Verwandte in Südeuropa besuchen will. Und dann geht es zurück ins Paradies, wo Filipin längst seine künstlerischen Spuren im Ferienparadies hinterlassen hat.

Spiritueller Weg

Hinter seinem Haus entsteht gerade ein spiritueller Wanderweg. "Hier sollen die Besucher sich besinnen und ihre innere Ruhe finden", sagt Antonio.. Helfen sollen dabei seine Skulpturen und natürlich die wunderbare Welt von Mahé. Einige der Werke, die Einheimische und Touristen dort bewundern, sind in Dorsten entstanden und haben die Reise in den Indischen Ozean mitmachen dürfen. So bleibt die Erinnerung an seine Zeit in der Lippestadt lebendig. Und inzwischen gibt es sogar eine Eismaschine im Hause Filipin, eine kleine für die Tochter. Geschickt hat sie Antonios Schwester, mit Grüßen aus Italien. Rüdiger Eggert

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