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Zwischen den Stühlen

Dorsten Zwischen Westfalen und dem Ruhrgebiet liegen Welten. Zumindest gilt dies für die kontroversen Positionen der Diskussions-Teilnehmer, die am Montagabend über die künftige Zuordnung Dorstens stritten.

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"Anders als bei der Gebietsreform 1975 soll diesmal die Bevölkerung von Anfang an in den Meinungsbildungs-Prozess eingebunden werden", begründete Tobias Stockhoff, warum die CDU weit im Vorfeld der für 2012 geplanten Strukturreform das Thema aufgreift. Der CDU-Stadtverbands-Vorsitzende moderierte gemeinsam mit Kreisgeschäftsführer Ludger Samson die Debatte.

Dass die Konzentration der Regierungsbezirke auf künftig nur noch drei Verwaltungseinheiten - Rheinland, Ruhrgebiet und Westfalen - reichlich Zündstoff birgt, wurde schnell deutlich. Indizien dafür: Gute Publikumsresonanz, eine zweieinhalbstündige intensive Diskussion und inhaltsreiche, bedenkenswerte Beiträge.

Schon der Bürgermeister zeigte in seiner Einführung auf, wie verzwickt die Dorstener Randlage ist und wie gespalten daher nördlich und südlich der Lippe die Meinungen sein dürften: "Genau genommen gehören wir nicht nur halb ins Ruhrgebiet und halb ins Münsterland, sondern auch noch ins Rheinland - schließlich sind so die Kirchengemeinden Hardt und Östrich organisiert."

Pro und Kontra

Pro und Kontra der sechs Interessensanwälte auf dem Podium zielten in erster Linie darauf, ob Dorsten und der gesamte Kreis Recklinghausen in der Ruhrmetropole gut aufgehoben wären oder nicht. Fürsprecher dieser Lösung waren Wirtschafts-Senator Hans-Jürgen Kokot und RVR-Repräsentant Roland Mitschke.

Kokot setzte sich dafür ein, nicht traditionsverliebt zurück, sondern voraus zu schauen. Angesichts eines Gesamtminus der 53 Städte von jährlich 2,5 Milliarden, sei eine Abkehr von der "Kleinstaaterei" notwendig: "Wir brauchen eine strukturelle Erneuerung und Verkehrspolitik aus einem Guss!"

Widerspruch kam von Raimund Pingel, ehemaliger Oberkreisdirektor aus Borken, von Ronald Trottenburg, CDU-Fraktionschef in der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe und von IHK-Geschäftsführer Friedrich Schulte-Uebbing. Alle drei befürchten, dass Dorsten und der Kreis Recklinghausen als Anhängsel des Ballungsraums Ruhrgebiet entschieden schlechter fahren würden als heute: "Nicht von ungefähr wollen sich auch viele weitere Städte wie Hamm, Hagen, Dortmund und Duisburg sowie der Kreis Wesel anders orientieren."

Josef Hovenjürgen (CDU-MdL) bekräftigte seine Forderung nach einer Umfrage, beurteilte jedoch die Aussichten von Kommunen, die den Kreis wechseln wollen, äußerst skeptisch. kdk

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