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Abgesang auf Langemeyer

DORTMUND Entschuldigt sich OB Langemeyer wie vom SPD-Unterbezirksvorstand gefordert für seine Lügen-Attacke bei Parteichef Franz-Josef Drabig? Ganz gleich, wie der Streit ausgeht: In der SPD schließt man inzwischen mehr oder minder offen eine neue Kandidatur Langemeyers für die OB-Wahl 2009 aus – und sucht jetzt schon nach Alternativen.

Abgesang auf Langemeyer

Feldherr ohne Truppen? Um Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer wird es in der SPD einsam.

Die Spekulationen schießen ins Kraut. Noch hat Langemeyer offiziell Rückendeckung, selbst von Intimfeind Franz-Josef Drabig. „Gerhard Langemeyer ist bis 2009 gewählt“, stellte der Parteivorsitzende zuletzt fest. Die Frage ist: Was kommt danach? Langemeyer selbst hatte es zuletzt noch offen gelassen, ob er in zwei Jahren noch einmal zur Wiederwahl antritt. Er sei keinesfalls amtsmüde, hatte er angedeutet.

Inzwischen ist aber mehr als fraglich, ob die Partei ihn noch einmal lässt. Denn der Rückhalt der Basis ist hin. In der Sitzung des Parteivorstands am Dienstagabend, in der die Forderung nach einer Entschuldigung formuliert wurde, ging sogar Ratsfraktions-Chef Ernst Prüsse deutlich auf Distanz zu Langemeyer. Seine Alleingänge nicht nur in Sachen U-Turm, die inzwischen offen ausgetragene Feindschaft mit Drabig, unglückliche Personalauswahl und nicht zuletzt auch die Bargeld-Affäre im OB-Amt haben an seinem Renommee gekratzt. Dazu kommt die Sorge, dass sich das gerichtliche Nachspiel der Bargeld-Affäre bis in den Wahlkampf ziehen könnte.

Bei der Suche nach Alternativen für das OB-Amt brodelt deshalb die Gerüchteküche. Wird mit Stadtdirektor Ullrich Sierau ein Verwaltungsmann Nachfolger? Der 51-jährige hat eine Kandidatur in fernerer Zukunft zumindest nicht ausgeschlossen. „Wenn ich gefragt werden sollte, werde ich mit einem tiefen Nachdenken gemeinsam mit meiner Familie reagieren“, hatte Sierau im Mai in einem RN-Interview erklärt. Zurückhaltender gibt sich da Kulturdezernent Jörg Stüdemann, der Sierau in der SPD-Fraktion im Kampf um den Stadtdirektor-Posten unterlegen war.

Gerd Bollmann hat als OB-Nachfolger abgewunken

Aus dem politischen Raum werden die Landtagsabgeordneten Harald Schartau und Gerd Bollermann gehandelt – wobei letzterer bereits abgewunken hat. So wie Parteichef Franz-Josef Drabig. „Ich habe eine andere Lebensplanung“, schloss er eine OB-Kandidatur für sich aus.

    Oder kommt womöglich ein Mann wie Manfred Kossack ins Spiel? Der Flughafen-Geschäftsführer, zuletzt auch als künftiger EDG-Chef gehandelt, gilt als Mann für alle Fälle. Vor allem hat er als Mitarbeiter u.a. im Oberstadtdirektor-Büro und Geschäftsführer der SPD-Fraktion (an der Seite von Drabig) reichlich Erfahrung gesammelt. Der „Schönheitsfehler“, dass Kossack nicht in Dortmund wohnt, ließe sich beheben.

Mit Spannung blickt die SPD jetzt erst einmal auf die Sitzung des Unterbezirksbeirats am Donnerstag mit Vertretern aus allen Stadtbezirken und Ortsvereinen. Eine gute Gelegenheit für Langemeyer, sich die geforderte Entschuldigung an Drabig abzuringen. Doch selbst das dürfte eine erneute OB-Kandidatur nicht wahrscheinlicher machen.

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