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Ärztliche Eigenversuche

Wenn Kinder im Herbst Figuren aus Kastanien basteln, kann es passieren, dass sie eine der Rosskastanien essen.

"Rosskastanien schmecken nicht wie Maronen vom Weihnachtsmarkt und sind auch nicht gut", warnt Dr. Clemens Kelbel, Chefarzt der Pneumologischen Klinik am Knappschaftskrankenhaus. Über seine Chefarzttätigkeit hinaus beschäftigt er sich seit über 20 Jahren mit schädlichen Substanzen und ist ehrenamtlich für das Giftinformationszentrum an der Johannes-Gutenberg Universität in Mainz tätig.

Sein Wissen führte dazu, dass Dr. Kelbel gemeinsam mit Kollegen ein Buch über Pflanzengifte für die Hände von Ärzten und Eltern schrieb. Von über 60 heimischen ungiftigen bis sehr giftigen Pflanzen findet sich ein kurzer Steckbrief mit Bildern und Texten in dem Buch "Giftberatung Pflanzen".

Beginnend mit der Pflanze Anthurie über Fingerhut und Löwenzahn bis zum Weihnachtsstern stehen neben den Abbildungen in Kürze die wichtigsten Angaben: Wodurch ist eine Gefährdung möglich, beispielsweise durch Blätter, Blüten oder Früchte, in welchen Monaten besteht insbesondere für Kinder eine Gefahr, und in welcher Häufigkeit macht sich die mögliche Vergiftung wodurch bemerkbar? Bei Rosskastanien hat z.B. nur einer von drei Kastanienessern mit Magen-, Darm- und neurologischen Problemen zu rechnen.

"In Einzelfällen probierten wir an uns selbst aus, wie gefährlich Pflanzen tatsächlich sind", erinnert sich Kelbel. Abhängig von der Menge der verzehrten Pflanzenteile, vom Alter und dem Gesundheitszustand besteht Lebensgefahr beispielsweise nur beim missbräuchlichen Verzehr von Oleander, Tabak, Maiglöckchen, Lebensbäumen, Tollkirsche und Eibenfrüchten.

Eine erhebliche Gefährdung geht von Goldregen und Herkuleskraut (Bärenklau) aus. Bei den anderen Pflanzen sind meist nur Unwohlsein und Schwellungen die Folge des Verzehrs.

Im Buchhandel: Weilemann, Sascha; Kelbel, Clemens u.a., Giftberatung Pflanzen, Eschborn 2006, ISBN 3-7741-0812-9 (18 Euro)

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