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Angeklagter soll Schwimmmeister bedrängt haben

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Womöglich hatte der angeklagte technische Leiter der Bad & Sport GmbH schon frühzeitig geahnt, dass er Ärger bekommen würde. Zumindest lässt dies die Zeugenaussage eines Schwimmmeisters am zweiten Verhandlungstag im Prozess um den tödlichen Badeunfall vom 1. Juni 2003 im Deusener Hardenberg-Freibad vermuten.

Damals war der 14-Jährige Mohamed Hida im Becken ertrunken - beim Tauchen in 2,40 Meter Tiefe war er mit einem Bein in ein Pumpenrohr geraten, vor dem das Gitter fehlte. Die Pumpe war damals auf Winterbetrieb eingestellt, der Sog so stark, dass sich der Jugendliche nicht befreien konnte. Ein Dortmunder Schwimmmeister, der damals eigentlich im Volksbad eingesetzt war, regelmäßig aber auch die Filtersysteme des Hardenberg-Bades spülte, sagte gestern im Prozess gegen den technischen Leiter vor dem Amtsgericht aus, dass dieser kurz nach dem Unfall zu ihm gekommen sei. Und ihn gebeten habe, ein Schreiben zu verfassen. Darin sollte der Schwimmmeister notieren, dass er dem am Unglückstag zuständigen und für den falschen Pumpenbetrieb verantwortlichen Schwimmmeister eine technische Einweisung gegeben habe. Der Mann erinnerte sich gestern: "Ich habe dem Angeklagten gesagt, dass ich das nicht machen kann - denn das ist nie passiert." Er könne nur schreiben, dass der technische Leiter ihn vor dem Unfall gebeten habe, den Schwimmmeister in das Filtersystem einzuweisen.

Bei der Zeugenaussage des Mannes bekam aber auch der bereits zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilte Schwimmmeister erneut sein Fett weg. "Er kam nie zu den ausgemachten Terminen", sagte der mit der Technik betraute Zeuge. Sein Kollege habe immer etwas anderes zu tun gehabt. Und um eine Einweisung in das Pumpensystem habe er ihn auch nicht gebeten. Es bleibt also weiter offen, ob der technische Leiter versäumt hat, den Schwimmmeister in den Betrieb der Pumpenanlage einweisen zu lassen. Der Prozess wird fortgesetzt. if

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