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Betonrohr statt Bio

Anwohner der Straße Am Franzosensiepen in Kruckel sind verärgert

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Auffälligkeiten sind in dieser unberührten Natur eher Mangelware, doch was ins Auge sticht sind die Schilfpflanzen, die in jedem Garten eine bestimmte Fläche bedecken. Pflanzenkläranlagen befinden sich darunter. Biologische Alternativen zum Kanal, die vor etwa sieben Jahren vom Umweltamt für alle Anwohner zwingend vorgeschrieben wurden und so die alten Sickergruben ablösten. ?Wir haben damals vom Umweltamt die Auflage für diese Kläranlagen bekommen, da hier kein Kanal gebaut werden sollte?, sagt Johannes Beste, der mit seiner Familie seit einigen Jahren an der Straße Am Franzosensiepen wohnt. Also wurde von den Anwohnern investiert ? im Sinne der Stadt und im Sinne der Natur. ?20 000 DM hat der Bau der Kläranlage mit Dreikammersystem gekostet?, erklärt Beste, der wie alle anderen davon ausging, dass das Geld gut angelegt war, denn ?eine solche Anlage hält praktisch ewig?. Nun konnte Anwohner Beste nicht ahnen, dass sich die Situation nur sieben Jahre später plötzlich änderte ? und zwar radikal. Jetzt soll eine Pflanzenkläranlage, die das Abwasser nach neustem Stand der Dinge biologisch reinigt, plötzlich nicht mehr zeitgemäß sein. Denn nach dem Abwasserbeseitigungsgesetz muss doch ein Kanal her. Und als eine der insgesamt sechs Baumaßnahmen zwischen Kruckeler Straße und der Blickstraße ist auch die Straße Am Franzosensiepen betroffen. Für die Anwohner eine nicht nachzuvollziehende Entwicklung. Gerade einmal acht Häuser liegen an der Straße. Weit verteilt in der schönen Natur. ?Was soll denn bitte hier ein Kanal??, fragt sich nicht nur Andreas Popa, Nachbar der Familie Beste, und natürlich auch mit einer Pflanzenkläranlage auf seinem Grundstück. ?Hier stehen doch nun wirklich nur ein paar Häuser und da hier Landschaftsschutzgebiet ist, werden wohl auch keine mehr hinzu kommen?. Ein Kanal würde sich, so Popa, einfach nicht rechnen, zumal die Pflanzenkläranlagen ein funktionierendes System seien, das man dann einfach zerstören würde ? weil nicht mehr gebraucht. Auch würden die Kosten für die Anwohner immens hoch, da einige Häuser weit abseits der Straße liegen ? und Meter kosten eben Geld. ?Hier fragt kein Mensch nach dem Nutzen für die Bürger?, so Johannes Beste. jöb

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