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Erstaufnahme für Asylbewerber

Bürgerinitiative wirft der Stadt Fehlinformation vor

HACHENEY Mitte November 2011 beendet die Stadt den Ausbau der Erstaufnahme für Asylbewerber in Hacheney und kann damit die Kapazität verdoppeln. Wir sprachen mit Markus Pfefferkuch, Sprecher der Bügerinitiative (BI), über die aktuelle Entwicklung.

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Markus Pfefferkuch ist Sprecher der Bürgerinitiative.

Die Asylbewerber-Erstaufnahme (oben rechts) in Hacheney betreut zurzeit 120 bis 130 Flüchtlinge täglich. Ab Mitte des Monats steigt die Kapazität auf 300. Oben links das Berufsförderungswerk, rechts daneben Berufsschulen und Kindergarten.

Nein. Es vergeht kein Tag, an dem Anwohner der Erstaufnahme mich nicht anrufen und über Probleme berichten. Müll in den Vorgärten, Lärm der abends in Gruppen auf der Straße stehenden Asylbewerber, die Motoren der Busse, die zum Bundesamt für Migration und zurück fahren, Beschimpfungen ... Ich kann dem nicht zustimmen, dass die Lage beruhigt ist.

Höhere Aufnahmezahlen führen zu mehr Konflikten. Es gibt mehr Besucherverkehr, mehr Busfahrten, mehr Lärm und noch mehr Polizeieinsätze. Die Probleme steigen proportional an.

Wir sind nicht fremdenfeindlich und wir haben nichts gegen Asylbewerber – viele unserer Probleme haben die Asylbewerber ja auch gar nicht zu verantworten. Unsere wichtigste Kritik lautet: Der mit Verkehr und Lärm verbundene Betrieb einer Asylbewerber-Erstaufnahme passt einfach nicht in einen Stadtteil mit Dorf-Charakter wie in Hacheney.

Wir sind von Anfang an nicht ernst genommen worden. Dass hinter unserer Initiative auch Bürger stehen, ist nicht wahrgenommen worden. Wir sind einfach nur lästig.

Wir haben einfach keinen Sinn mehr darin gesehen, weil man uns nicht ernst genommen hat. Allerdings waren Anwohner privat vertreten und wir haben in Sprechstunden der Erstaufnahme unsere Beschwerden vorgetragen. Da wird dann viel geredet, aber nie gehandelt. Man belächelt uns und zweifelt an unserer Glaubwürdigkeit. Man fühlt sich allein gelassen.

Wir klagen gegen die Änderung des Bebauungsplans, der den Betrieb der Erstaufnahme zulässt. Vor einem Gerichtsverfahren will die Stadt alles schön reden.

Nein. Aus unserer Sicht dauert das viel zu lange.

Anfangs ist von nur 10 Jahren gesprochen worden, jetzt sind es schon 15. Und anfangs hat auch noch niemand von Neubauten gesprochen. Das ist starker Tobak. Für mich sieht das so aus: Die Stadt hat den Bebauungsplan durch und kann jetzt schalten und walten, wie sie will.

Das Schlimme daran ist doch: Wir werden belogen. Ich sage jetzt voraus: Wenn die Aufnahmekapazität der Asylbewerber-Erstaufnahme in Bielefeld ausgelastet ist, dann stocken die in Hacheney einfach auf 400 oder 500 Plätze auf. 

Kürzere Verweildauer, weniger Busfahrten 




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Markus Pfefferkuch ist Sprecher der Bürgerinitiative.

Die Asylbewerber-Erstaufnahme (oben rechts) in Hacheney betreut zurzeit 120 bis 130 Flüchtlinge täglich. Ab Mitte des Monats steigt die Kapazität auf 300. Oben links das Berufsförderungswerk, rechts daneben Berufsschulen und Kindergarten.

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