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Damit eine(r) durchkommt: Test jetzt leichter

Zeugnisse sind für Bernd Weiß, Personalleiter bei den Deutschen Gasrußwerken, oft wenig aussagekräftig. "Da gibt es Abiturienten mit einem 'Gut' in Deutsch, die kaum in der Lage sind, die Inhaltsangabe zu einem elfminütigen Kurzfilm zu schreiben. Die liefern acht Zeilen ab." Und die sind noch gespickt mit Rechtschreibfehlern. Worauf er schon schaut, sind die unentschuldigten Fehltage. "Da kann man schon auf die Zuverlässigkeit schließen."

In den sieben Jahren, die Weiß für Personal zuständig ist, sei die Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen tatsächlich schlechter geworden. "Wir haben den schwierigeren Auswahltest durch einen leichteren ersetzt, damit überhaupt jemand durchkommt." Von den 189 Bewerbern um eine Lehrstelle hat Weiß schließlich 38 zum Vorstellungsgespräch geladen, 19 haben zugesagt, 16 sind gekommen. "Von Elfen gab es gar keine Rückmeldung. Das ist schon erschreckend." Woran liegt's? "Da kann ich nur spekulieren. Das Familiengefüge hat sich geändert. Es gibt immer mehr Patchworkfamilien und Alleinerziehende, da sind die Kinder oft sich selbst überlassen." Doch Weiß sieht nicht nur schwarz: "Es gibt auch immer wieder Kracher, die richtig gut sind."

Ob Angelika Krusch so ein "Kracher" ist, muss sie noch beweisen. Immerhin hat sie das Auswahlverfahren geschafft und ist die eine, die den Ausbildungsplatz zur Industriekauffrau ergattert hat. 23 Jahre ist sie alt, hat ihr Studium der chemischen Biologie abgebrochen. "Das war nix." Gut 50 Bewerbungen hat sie geschrieben, bei den Gasrußwerken hat es schließlich geklappt. kiwi

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