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Das Cowboy-Gefühl

Charlene hat bei der Messe "Hund & Pferd" einen schweren Job: Auf ihrem Sattel nehmen Besucher Platz, die sich als Westernreiter anlernen lassen und in zehn Minuten zu einem kleinen Cartwright werden wollen.

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Das Cowboy-Gefühl

<p>Wie ein Cowboy: Julia Gaß hält die Zügel lässig mit einer Hand. Menne</p>

Stute Charlene ist sieben, in Gedanken noch bei ihrem jungen Fohlen zu Hause und hat noch keine abgeschlossene Ausbildung als Westernpferd. Das hat sie mir und den meisten anderen Besuchern gemeinsam.

Schon die Steigbügel am Westernsattel sind anders als bei gewöhnlichen Satteln. Mut macht der Knauf, das Horn, an dem sich die Cowboys lässig mit einer Hand festhalten, die offenen Zügel locker in der Hand, während sie mit der anderen Hand das Lasso werfen. Aber bis zum Reining, dem Rindertreiben, kommt in der Westfalenhalle 3 keiner.

Kleiner Wendekreis

Obwohl sich Westerntrainer John von der Deutschen Quater Horse Association Mühe gibt, die Besucher sattelfest zu machen: "Die Zügel eng am Hals anlegen, nicht dran ziehen, sonst läuft das Pferd rückwärts. Und mit den Schenkeln antreiben." Langsam setzen sich Charlene und die beiden anderen Westernpferde in Bewegung. Der hohe hintere Rand des Sattels bietet auch bei schnellen Wendungen Sicherheit. Besonders wendig sind die Westernpferde; sie lassen sich so leicht wie einen Kleinwagen fast auf der Stelle drehen. Und sie sind mit 1,50 Meter Widerristhöhe auch nicht so groß wie andere Pferde. Als Schulpferde werden Westernpferde in Deutschland - anders als in den USA - trotzdem kaum eingesetzt. Weil sie teurer sind. Je nach Ausbildungsgrad kosten sie zwischen 5000 und 25 000 ; ein Schulpferd gibt's ab 1000 .

Langsam kommt Charlene in Trab. "Immer schön in die Richtung gucken, in die Du reiten willst", raten die Trainer im Parcours: "Und gerade sitzen. Und nicht mit dem Schenkeldruck nachlassen." Selbst nach einer Viertelstunde spürt man den Schenkeldruck an den untrainierten Muskeln. Denn ein Westernpferd ist beweglicher, aber auch breiter als andere Pferde. Vorbild sind Tiere mit einem "quadratischen Rahmen" - wahrscheinlich sieht man deshalb oft Cowboys mit O-Beinen in Saloons wanken. Und ungeübte Reiter spüren auch, dass man im Westernsattel weniger leicht traben kann. In der texanischen Reitweise existiert kein Leichter Trab, deshalb sind Westernsättel darauf nicht ausgerichtet.

Ponderosa in Halle 3A

Westenpferde sind gewohnt, eigenständig zu arbeiten, zwar auf Schenkelhilfen, aber auch auf die Rinder, die sie treiben müssen, zu reagieren. Deshalb reagieren auch Charlene und die beiden anderen Besucherpferde nach einer Viertelstunde ganz eigenständig und rotten sich zu einer Herde in der Parcourmitte zusammen. Wenn sie sprechen könnte, hätten sie einstimmig "bitte absteigen" gesagt. Großen Spaß macht das Westernreiten - und es ist eine seltene Gelegenheit, es auszuprobieren, das Cowboy-Gefühl zu spüren. Heute und morgen, jeweils um 10 und 13 Uhr, wird die Halle 3A wieder zur Ponderosa-Ranch. Julia Gaß Hier und Heute

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