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Dem Betrug auf der Spur

Videokamera und Fotoapparat sind die Arbeitsutensilien von Walter Dwinger. Und wen er mit dem Objektiv einfängt, der ist selten glücklich darüber. Walter Dwinger ist Detektiv.

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In Hörde hat der 40-Jährige gestern sein zweites Büro nach Düsseldorf eröffnet. Er ist Franchisenehmer des internationalen Ermittlungsunternehmens Axom, das in Deutschland damit nun an 13 Standorten vertreten ist. Für Dortmund hat sich Dwinger entschieden, "weil hier meine Kunden sitzen". Das sind vor allem die großen Versicherungsgesellschaften.

Der ehemalige Polizeibeamte verfolgt die Spuren bei möglicherweise fingierten Unfällen, Wohnungseinbrüche, KFZ-Diebstahl oder Betrug ums Schmerzensgeld. In der Regel ermittelt er nicht umsonst. "In 80 bis 90 % der Fälle erhärtet sich der Verdacht." Die Versicherungen hätten bereits im Vorfeld mit spezieller Software geprüft, ob bei dem Schadensfall alles mit rechten Dingen zugeht.

Bei fingierten Unfällen recherchieren Dwinger und sein zehnköpfiges Team vor allem per Internet und Telefon, ob sich die Beteiligten kennen. Das haben sie in der Regel im Vorfeld abgeschritten, "aber wenn die beiden in einem Fußballverein spielen, weiß ich, dass die Angaben gelogen waren." Verdächtig auch der junge Mann, dem angeblich die Wohnung ausgeräumt wurde. 1022 Bücher seien gestohlen worden. "Wer kann schon so genau sagen, wie viele Bücher er hat?" fragt sich da Dwinger. Und der teure Flachbildfernseher, der angeblich durchs Kellerfenster abtransportiert wurde, hätte mit seinen Abmessungen nie und nimmer dadurch gepasst. "Beliebt ist auch Schmerzensgeld bei den minimalsten Unfällen herauszuschlagen", weiß er.

Besonders dreist der Fall einer 23-Jährigen, die sich angeblich durch einen Hundebiss eine Infektionskrankheit zugezogen hatte, die zur Querschnittslähmung führte. Nachdem sie vormittags noch im Elektrorollstuhl - "Mit Katheter!" - zur Berufsschule gefahren war, schwang sie sich nachmittags aufs Pferd. Mit den 2 Mio. Euro Schmerzensgeld von der Versicherung der Hundehalterin war es damit vorbei.

Die typische Ermittlungsarbeit ist ein Geduldsspiel: "Leute befragen, Zeugen suchen, überprüfen, ob das, was erzählt wurde, auch stimmt", zählt Dwinger auf.

Manchmal schleust der Ermittler Detektive in Firmen ein. Ein ehemaliger IBM-Softwarespezialist wurde so etwa in einem Fliesenmarkt als Lagerist tätig, weil dort der Verdacht bestand, dass das Personal lange Finger machte. Das konnte er auch nachweisen, doch dem Softwaremann gefiel sein Job so gut, dass er dort blieb. kiwi www.axom.de

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