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Dem Himmel ein Stück näher

Allerheiligen - heute werden auf Friedhöfen Gräber besonders geschmückt, Lichter angezündet. Doch immer weniger Menschen, oder besser ihre Asche, liegen in einem eigenen Grab.

Weil in Deutschland Friedhofszwang herrscht, darf in Dortmund die Asche von Verstorbenen nur auf einem eigens dafür vorgesehenen Feld auf dem Hauptfriedhof verwehen. Wer sich aber nach seinem Ableben in alle Winde verstreuen lassen will, findet jetzt eine Alternative: in der Schweiz - eine Beisetzungs-Kulisse wie im Heidi-Film.

Bestatter bieten an, die Asche an Flüssen, in den Bergen oder auf Seen verstreuen zu lassen. Und stoßen zunehmend auf Resonanz. "Wir haben bereits Asche über einer Almwiese und einem Gebirgsbach beisetzen lassen," berichtet Hildegard Kötter (59), Chefin des Dortmunder Bestattungshauses Kötter. Sie vermittelt diesen Beisetzungstourismus, nachdem Kunden mehrfach ausdrücklich danach gefragt hätten: "Die wussten mehr als ich."

Ältere am Grab

Hildegard Kötter hat festgestellt, dass es bald nur noch die Älteren seien, die ihre Verstorbenen auf dem Friedhof besuchen. "Bei den jüngeren hat sich das total gewandelt".

Wer nach dem Tod dem Himmel ein Stück näher sein möchte, kann seine Asche aus dem Flugzeug, Hubschrauber oder Heißluftballon über behördlich genehmigten Orten der Schweizer Voralpen, der Zentralschweiz und über den großen Schweizer Seen verstreuen lassen.

Wer es nicht so hoch fliegend mag, kann auch eine Seebestattung wählen - die Asche wird vom Boot aus im Zürichsee, im Lago Maggiore (Schweizer Seite), im Luganersee, im Vierwaldstättersee oder auch im Bodensee (Schweizer Seite) beigesetzt. Oder gar im Meer vor der Lieblingsinsel Mallorca.

Der Zwischenstopp auf dem Weg in die Ewigkeit kostet knapp 500 und damit so viel wie die Asche-Verstreuung auf dem Dortmunder Hauptfriedhof.

Da die Beisetzungen aus der Luft oder zu Wasser allerdings nur bei sicheren Wetterbedingungen erfolgen, gibt es keine Garantie für einen bestimmten Termin - nicht einfach für die Angehörigen, die der Asche-Verstreuung gegen einen ordentlichen Aufpreis beiwohnen können. "Zur persönlichen Abschiednahme", so heißt es, um juristisch auf der sicheren Seite zu sein, kann auch die Übergabe der Urne in der Schweiz erfolgen - und so der Friedhofszwang in Deutschland umgangen werden.

Reiner Drees, 1. Vorsitzender im Stadtverband des Bestattungsgewerbes NRW, meint, Seebestattungen seien mittlerweile an der Tagesordnung. Auch die Schweizer Bestattungsvariante aus der Luft könne fast jeder Bestatter anbieten. Bei ihm allerdings sei so etwas noch nicht nachgefragt worden. Gaby Kolle

www.naturbestattungen.de

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