Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Der Henker ließ grüßen

Wenn auf der Bühne ein Sarg mit Skelett steht, der Chef des Hauses als Schwarzer Abt, der Dezernent als Henker grüßt und Krimis gelesen werden - dann ist am Königswall die Lange Nacht der Bibliotheken.

Rund 150 Besucher gingen am Freitag in der Stadt- und Landesbibliothek auf Schnuppertour. Durchs Gebäude und in die Welt des Verbrechens.

"Tatort"-Kommissar Dietmar Bär las im Studio B aus Jacques Berndorfs "Eifelkreuz" und signierte fleißig Autogrammkarten. Vier Krimiautoren gaben Appetithappen aus ihren aktuellen Romanen zum Besten. Gabriella Wollenhaupt, Beate Sauer, Horst Eckert, Reinhard Junge: Ein Mix von Krimi-Talenten und -Temperamenten, von Tatorten und Todesarten.

Die Besuchergruppen erwanderten vier Lesestationen innerhalb der Bücherei, geführt von kostümierten Bibliothekskräften. Am stimmungsvollsten war die Atmosphäre in den Keller-Katakomben des Magazins. Gruftiges Halbdunkel. Bedrohlich aufgebaut hatte sich Kulturdezernent Jörg Stüdemann im Scharfrichter-Gewand. Maske, Henkersschwert, ein abgehackter Kopf. Edgar Wallace lässt grüßen!

Horst Eckert las dort Passagen aus "Königsallee". Düsseldorfer Sumpf: Ost-Mafia, Koksbarone, ein nassforscher Bürgermeister, Schüsse im Rheinhafen. Ortswechsel nach "Bierstadt", wo Gabriella Wollenhaupts flapsig freche Heldin in "Grappa und die Nackenbeißer" ihren 17. Auftritt hatte. Lilo von Berghofen, auch als Hexe tätig, ist tot. Eine Geisterbeschwörung sorgte bei Maria Grappa für Amüsement.

Beate Sauer entführte ihr Publikum ins Jahr 95 n. Chr., an den Limes. "Der Geschmack der Tollkirsche" erzählt, wie die Köchin Aria ins Land der germanischen Chatten reist. Farbig und spannend. "Glatzenschnitt" von Reinhard Junge malt wieder Ruhrpott-Milieu. Wattenscheider Skins, ein Dortmunder Videoteam, eine überfallene Türkin. Die Bläser von "Atemgold 09" rundeten den Abend mit Krimi-Themen musikalisch ab.

Eine gelungene Werbung - für die Autoren, die Bibliothek und das Lesen an sich. kai

Anzeige
Anzeige