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Die Arbeit schmeckt auf zwei Etagen

5 vor 5 in Dortmund. Jeden Mittwoch porträtieren wir an dieser Stelle Menschen unserer Stadt.

Wenn Martin Kotthoff abends von der Arbeit nach Hause kommt, dann hat er schon gegessen. "Man muss ja testen, was die Köche auf der Pfanne haben", sagt er. Der 56-Jährige ist Betriebsleiter des Betriebsrestaurants der Stadt in der Hansastraße.

Bereits im vierten Jahr wacht der Diplom-Ökotrophologe über die Einhaltung der Hygienevorschriften, die Organisation, die Kosten der Kantine und den pünktlichen Eingang der Ware. 13 Mitarbeiter, davon acht in Teilzeit, helfen mit, dass morgens ab 8 Uhr geschmierte Brötchen auf der Theke stehen und zu Mittag mehr als 500 Essen auf den Teller kommen. Immer vier verschiedene Gerichte, dazu Tagessuppen, Desserts, Salatbuffet und Beilagen.

Wenn es Eintopf gibt, Grünkohl oder Rinderrouladen, kann Kotthoff das bis in sein Büro eine Etage tiefer riechen. Und wenn er mal durch die Küche muss, riecht es anschließend auch seine Sekretärin: "Ach ja, heute gibt's Gulasch."

Der Betriebsleiter isst oft zusammen mit Teilen der Restaurantbelegschaft. Im Personalzimmer. "Meist etwas mit Gemüse oder frische Salate". Derweil wird an den 200 Plätzen im Restaurant manches bei Pekingsuppe sauer oder Käserahmschnitzel auf dem kleinen Dienstweg erledigt. "Das ist hier nicht nur zum Sattwerden", sagt der Betriebsleiter, "sondern auch eine Kommunikationsstätte." Das Frauenbüro zum Beispiel trifft sich regelmäßig mit seinem Netzwerk-Stammtisch in der Kantine.

Um fünf vor Fünf ist die Arbeit gegessen. Kotthoff sitzt dann im Zug, im Sauerland-Express. Auf dem Weg nach Hause. Nach Meschede, wo der Vater von zwei erwachsenen Kindern fast 20 Jahre lang das Schullandheim der Stadt geleitet hat. Eine Arbeit, die ihm ebenfalls schmeckte. Gaby Kolle

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