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Schüler beim Deutschlandfinale der Roboter-Olympiade

Dortmunder und ihre Roboter qualifizieren sich für Passau

Dortmund „Food Matters – Essen zählt“: Präzisionsackerbau, Lebensmittelverwertung und -transport. Das sind die weltweiten Aufgaben bei der Roboter-Olympiade. Zwei Dortmunder Teams haben sie erfolgreich gemeistert. In Passau treten sie nun im Deutschlandfinale an.

Dortmunder und ihre Roboter qualifizieren sich für Passau

Faszination Technik. Bei der World Robot Olympiad werden schon die Jüngsten an die Informationstechnologie herangeführt. Foto: Oliver Schaper

Langsam rollt der Roboter an vier weißen und zwei schwarzen Lego-Klötzen vorbei. Weiß symbolisiert fruchtbaren Boden, schwarz unfruchtbaren. An jedem Stein piept es kurz: Information gespeichert. Die Maschine rollt weiter, hebt mit einer Hubgabel T-förmige Bausteine auf und transportiert sie zu den mit Ziffern gekennzeichneten fruchtbaren Bereichen eines Bauernhofs.

Das Szenario ist eine von drei Aufgabenstellungen der „World Robot Olympiad“ (WRO). Am Samstag fand der regionale Vorentscheid im Helmholtz-Gymnasium statt. 21 Teams mit mehr als 60 Teilnehmern ermittelten in drei Altersklassen je einen Startplatz für das Deutschlandfinale Mitte Juni in Passau.

Teenager betreiben Präzisionsackerbau

Die Aufgabe aus dem Präzisionsackerbau beschäftigt die Junior-Altersklasse (13 bis 15 Jahre). In der Elementary-Altersklasse (8 bis 12 Jahre) geht es um Lebensmittelverwertung. Der Roboter sortiert Lebensmittel nach Aussehen und Alter und bringt sie zu einem Ort, an dem sie weiter verwertet werden. In der Altersklasse Senior (16 bis 19 Jahre) stattet der Roboter Schiffe mit Kühlaggregaten aus und sorgt dafür, dass Lebensmittel an den richtigen Ort transportiert werden.

Dortmunder und ihre Roboter qualifizieren sich für Passau

Die Wettbewerbe sind für die Teams und die Zuschauer spannend. Foto: Oliver Schaper

Für die Kinder und Jugendlichen steht sichtbar der Spaß an der Technik und der Präzision der kleinen Maschinen im Vordergrund. Sie sind in Breite, Höhe und Tiefe maximal je 25 Zentimeter groß. Vier Versuche hat jedes Team an diesem Samstag, unterbrochen von Bauphasen, um an den Lego-Robotern Veränderungen vorzunehmen oder die Programmierung anzupassen.

600 Teams aus ganz Deutschland

Die Gesichter sprechen Bände, viele Wangen sind rot vor Aufregung und Spannung: Freude und Enttäuschung liegen an den Wettbewerbstischen nah beieinander. Zwei der vier Versuche kommen in die Wertung.

„Jedes Jahr nehmen mehr Teams teil“, erzählt Philip Eggers. Gemeinsam mit Informatik-Lehrer Florian Althoff hat der Referendar des Helmholtz-Gymnasiums den Vorentscheid organisiert. Eggers ist auch Vorstandsmitglied von „Technik erleben“. Der Verein organisiert bundesweit die regionalen Vorentscheide und das Deutschland-Finale. „Vor sieben Jahren haben wir mit 20 Teams begonnen“, sagt Eggers. „Jetzt treten über 600 Teams an.“

Packender Zweikampf

Viele Schulen haben mittlerweile Roboter-Labore eingerichtet. Hier haben Kinder und Jugendliche Raum und Zeit, sich auf die jährlich neuen Aufgaben vorzubereiten. Monatelang haben sie aus den Lego-Bausätzen das aus ihrer Sicht beste Modell für die Lösung der Aufgabe entwickelt. Stunden haben sie vor dem Rechner gesessen, um Schritt für Schritt die Maschine für die Aufgabe zu programmieren.

Dortmunder und ihre Roboter qualifizieren sich für Passau

Philip, Kaan und Finja qualifizierten sich mit ihrem Team „NoGo for Robo“ für das Deutschlandfinale. Foto: Oliver Schaper

Eine Schule mit Robo-Lab ist das Netter Heinrich-Heine-Gymnasium. Zwei Teams dieser Schule treten in der Elementary Altersklasse im Helmholtz-Gymnasium an. Sie liefern sich einen spannenden Zweikampf in der Lebensmittelverwertung. Nach der ersten Runde liegen „Brunole“ und „NoGo for Robo“ noch auf Platz drei und vier, in Durchgang zwei gehen Finja, Kaan und Philipp von „NoGo“ in Führung, gefolgt von Bruno und Ole. Auch Durchgang drei geht an „NoGo“, der vierte dann wieder an „Brunole“.

Von Underdogs zu Siegertypen

Das Zweierteam hat am Ende zwar die meisten Punkte, aber nur die besten beiden Durchgänge zählen. Lauter Jubel braust bei „NoGo for Robo“ auf. Eltern, Lehrer und Mitschüler stimmen mit ein. Hagen Sarx, Leiter der Roboter-AG schmunzelt zufrieden. Schon bei den Vorbereitungen am Freitag hatte er eine Ahnung: „Die jüngeren Teams haben eine echte Chance.“

Erfolg geht aber auch ohne Robo-Lab. Das zeigt der Sieg der „Container Kids“ aus der Brackeler Geschwister-Scholl-Gesamtschule. Jason, Klara und Lukas haben sich unter vergleichsweise spartanischen Bedingungen auf den weltweiten Wettbewerb vorbereitet. Informatik wird an der GSG nicht unterrichtet. „Wir haben uns vieles selbst beigebracht“, erzählt Lukas zwischen zwei Wertungsrunden. „Aber wir haben eine Mentorin, die uns bei den Anfängen viel erklärt hat“, ergänzt Klara.

Labor im Container

Die Mentorin ist Monika Hönekopp, Lehrerin für Technik an der Gesamtschule. Doch die Zeit, die das Stundentableau ihr für die Betreuung des Teams lässt, ist gerade eine Wochenstunde. Umso stolzer ist sie auf die Erfolge der drei 13- und 14-Jährigen. „Ich erlebe, wie sie sich in den drei Jahren entwickelt haben, wie sie sozial gelernt und ihre Rollen im Team gefunden haben“, lobt sie.

Dortmunder und ihre Roboter qualifizieren sich für Passau

Die „Container Kids“ Klara, Lukas und Jason haben sich den Erfolg unter spartanischen Bedingungen erarbeitet. Foto: Oliver Schaper

„Wir versuchen mit dem, was wir haben, das Beste rauszuholen“, sagt Jason. Das haben die „Container Kids“ geschafft. Ihren Namen haben sie von ihrem „Laboratorium“ in spartanischem Umfeld: ein leer stehender Container auf dem Schulhof.

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