Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie

Dortmunds Nordstadt und die Kriminalität

Drei Männer, ein Rundgang und zwei Erkenntnisse

Nordstadt Der Rundgang dauerte zwei Stunden. Der Dortmunder Oberbürgermeister, der Polizeipräsident und der Oberstaatsanwalt schauten sich am Donnerstag gemeinsam die Nordstadt und sprachen dann über die Situation des Bezirks. Herausgekommen sind zwei wesentliche Erkenntnisse.

Drei Männer, ein Rundgang und zwei Erkenntnisse

Machten am Donnerstagvormittag einen Rundgang durch die Nordstadt und sprachen über ihre Zusammenarbeit: Oberstaatsanwalt Volker Schmerfeld-Tophof (3.v.l.), Oberbürgermeister Ullrich Sierau (4.v.l.) und Polizeipräsident Gregor Lange (5.v.l.). Foto: Dieter Menne

Gregor Lange brachte es auf den Punkt: „Es ist nicht alles gut, aber wir sind auf einem guten Weg.“ Kurz zuvor hatte Dortmunds Polizeipräsident über die Arbeit seiner Behörde in der Nordstadt gesprochen und Zahlen auf den Tisch gelegt.

Aufklärungsquote auf hohem Niveau

Die Gesamtkriminalität in dem Bezirk hat 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 11,9 Prozent abgenommen. Die Zahl der Raubstraftaten hat sich gegenüber 2013 mehr als halbiert. Die Aufklärungsquoute liegt mit 62 Prozent auf einem Fünf-Jahres-Hoch.

„Wir sind hier mit einem Team von 100 Polizisten und drei Ermittlungskommissionen im Einsatz. Das spricht sich in der Nordstadt herum“, sagt Gregor Lange am Donnerstag nach dem Rundgang.

Den hatte er zuvor mit Oberbürgermeister Ullrich Sierau und dem leitenden Oberstaatsanwalt für die Nordstadt, Volker Schmerfeld-Tophof, gemacht. Ausgewählte Punkte haben die drei sich dabei angesehen und vor allem über Straßenprostitution, Drogenhandel und Problemimmobilien gesprochen.

Mehr Präsenz und schnellere Anklagen

„Wir sind sehr erfolgreich in der Bekämpfung von Kriminalität“, sagte Sierau. Das habe vor allem die gute Zusammenarbeit von Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft möglich gemacht. Die sorgt nicht nur für erhöhte Präsenz von Polizisten und Mitarbeitern des Ordnungsamtes, sondern auch für mehr Anklagen von Straftätern und schnelle Verurteilungen.

Die Augen verschließt Sierau nicht: „Man muss hier nicht wohnen, um zu wissen, was hier los ist.“ In 100 Problemhäusern war die Stadt im vergangenen Jahr, Freier fahren hier noch durch die Gegend, obwohl der Straßenstrich Geschichte ist.

Ein Vermieter und seine Beobachtungen

Jörn Schulte ist Vermieter in der Nordstadt und beobachtet die Entwicklungen vor seiner Haustür ganz genau: „Die Polizei fährt und kontrolliert hier sehr intensiv. Es hat sich eine Menge getan“, sagte er am Donnerstag auf Anfrage dieser Redaktion. Doch die Dealer seien nicht ganz weg, sondern nur in anderen Ecken der Nordstadt. „Die Stadt ist auf einem guten Weg, aber es ist noch ganz viel zu tun“, so Schulte.

Ullrich Sierau will weiter an den positiven Entwicklungen der Nordstadt arbeiten. „ Wir werden es uns nicht bieten lassen, dass uns ein ganzer Stadtbezirk durch Kriminalität heruntergewirtschaftet wird. Das ist nicht akzeptabel“, sagte er. „Wir werden den Druck weiter hochhalten und denen, die die Regeln brechen, zeigen, dass wir das nicht dulden.“

Keiner denkt ans Ausruhen

Die Situation zu verklären und sich auf den positiven Zahlen der jüngsten Statistik auszuruhen? Das kommt auch für Polizeipräsident Gregor Lange nicht in Frage. „Das, was wir hier machen, ist das Gegenteil von Schönreden. Natürlich ist die Nordstadt ein Multiproblemviertel, das viel Arbeit bedarf.“

Laut Oberstaatsanwalt Volker Schmerfeld-Tophof liegt die Anklagequote in der Nordstadt bei 50 Prozent. Der Durchschnittswert der Stadt liege bei 20 Prozent.

2017 gab es hier rund 630 Verfahren wegen Straßenkriminalität und 66 Haftbefehle, die daraus resultierten. „Wir werden das so lange fortführen, wie es erforderlich ist“, so Schmerfeld-Tophof.

Anzeige
Anzeige