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"Ein Musical im besten Sinne"

Drei Theaterfreunde bilden den Premierenclub. Nach Premieren im Schauspielhaus treffen sie sich mit den RN zu einer Diskussion. Heute: Die "Blues Brothers". Eine Besprechung finden Sie auf der überregionalen Kulturseite.

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"Ein Musical im besten Sinne"

<p>Elwood und Jake Blues (Michael Kamp, Jakob Schneider) unterwegs im Auftrag des Herrn. Menne</p>

Haben Sie den Film gesehen?

Eckart: Ja, vor Ewigkeiten.

Schwengler: Nein, Gott sei Dank nicht. Ich konnte also völlig wertfrei zuschauen.

Meurer: Ja, klar - ein Kultfilm. Ich hatte auch große Bedenken: Wie kommt das Theater dagegen an?

Und, wie ist es dagegen angekommen?

Meurer: Es ist ein Musical geworden - im besten Sinne. Die Umsetzung war filmnah, aber mit theatralen Mitteln, etwa mit Spielzeugautos. Es wurde nicht versucht, den Film nachzustellen, und das war richtig. Ich glaube, die Film-Fans hatten ihren Spaß, und alle anderen auch!

Schwengler: Ja, man muss den Film nicht gesehen haben, es funktioniert auch so.

Eckart: Es ist ja immer ein Spagat, das Medium zu wechseln. Ich habe mich gefragt: Wenn man einen Kultfilm mit Kultmusik auf die Bühne bringt, muss man dann auch noch versuchen, tolle Bilder zuschaffen?

Schwengler: Ja klar, das macht einen guten Regisseur doch aus.

Worum ging es überhaupt?

Eckart: Es ging um den Kontrast zwischen denen, die stumpf ihren Job machen, und denen, die ihrer Leidenschaft folgen. Dieser Kontrast war mir eigentlich etwas zu plakativ dargestellt. Die Brüder Braun waren nur lächerliche Schießbudenfiguren, die den Musikanten-stadl symbolisieren.

Meurer: Aber das muss bei einem Musical so sein. Es ging ja um gute und schlechte Musik. Die Gebrüder Braun als Gegenpart zu den Blues Brothers klangen wie die Jungen Pioniere und kennen ansonsten nur Country und Western...

Schwengler: Ein Regisseur muss das übertreiben.

Wie fanden Sie die Bühne?

Meurer: Die Bühne war ein großer Spielraum, bei dem der hintere Teil etwas zu wenig genutzt wurde.

Wie haben die Schauspieler ihre Sache gemacht?

Schwengler: Ich bin ein Jakob-Schneider-Fan. Zuletzt habe ich ihn in "Tasso" gesehen - ein unglaublicher Kontrast zur Rolle als Jake Blues. Wie er sich bewegt, wie er tanzt - das muss man erst mal können, damit es nicht blöd aussieht.

Eckart: Ich fand beide sehr gut. Wenn man das Stück als Musical sieht, muss man bei der Bewertung auch Musical-Maßstäbe ansetzen. Und selbst wenn man das tut, waren alle überzeugend. Der Sound der Band war erstaunlich gut, es kam richtig Konzert-Atmosphäre auf.

Meurer: Man hat schon gemerkt, wer Schauspieler war und wer nicht, aber das nimmt man gerne in Kauf.

Welche Szene bleibt haften?

Schwengler: Wie die Dame mit dem Gewehr bei dem Stück "When a man loves a woman" dahinschmilzt - eine richtig schöne, kitschig-ironische Szene.

Eckart: Für mich war es insgesamt einfach ein gutes Konzert. Es war sehr temporeich, aber es wurde auch sehr gut mit Pausen gearbeitet: Ab und zu wurde das Tempo rausgenommen und dann wieder angezogen.

Meurer: Eine schöne theatrale Umsetzung fand ich, wie die Blues Brothers das ferngesteuerte Polizeiauto zertreten.

Wer sollte reingehen?

Schwengler: Ich hoffe, viele junge Leute gehen rein. Aber es funktioniert für alle.

Möchten Sie demnächst mitdiskutieren? Tel. 9059-48 16

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