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Es rappelt und rattert und quietscht

SÖLDE Und es rumpelt immer noch. 24 Stunden lang, 7 Tage die Woche stehen die Anwohner der Bahnstrecke in Sölde unter Strom und hoffen nur auf eins: Ruhe. Diese allerdings ist für Helltraut Weber aus der Rosenstraße 38 eine Seltenheit geworden.

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Nicht mehr zu ertragen - täglich brettern Züge wie diese an Helltraut Webers Wohnzimmerfenster vorbei.

Stark frequentiert: Der Bahnhof in Sölde.

Sie hat unter dem ständigen Lärm der Personen- und Güterzüge zu leiden. "Die Bahnen donnern hier zum Teil im 10-Minuten-Takt durch", klagt die Frau. Hinzu kommen qietschende Bremsen, ständige Lautsprecherdurchsagen auf dem Bahnsteig und das laute Schnarren der Motoren.

"Wir wussten von der Bahnanlage, doch so schlimm wie heute war es damals nicht", erläutert Helltraut Weber die Situation, als sie sich vor 35 Jahren zum Bau des Hauses entschied. Besonders am Wochenende und in den Abendstunden habe der Zugverkehr stark zugenommen, ein gemütliches Beisammensitzen auf der Terrasse sei heute unmöglich.

Ihre Gäste suchen schnell das Weite und geben den Ratschlag: "Du musst unbedingt etwas unternehmen.". Etwas unternehmen - das würde Helltraut Weber gern, doch "wie geht man gegen Goliath vor, wenn man keine Steinschleuder hat?", fragt sich die verzweifelte Hauseigentümerin. "Ich fühle mich hilflos und ausgeliefert." Sie steht mit ihrem Lärmproblem nicht allein da.

Wie berichtet haben viele Anwohner in Sölde mit dem Schienenverkehr zu kämpfen und auch Hombrucher leiden unter dem Quietschen der Stadtbahn U42 zwischen Eierkampstraße und Barop Parkhaus, wie ein Leserbrief an die Ruhr Nachrichten bestätigte. Noch hat Helltraut Weber keine Hörprobleme, doch das ist für sie nur eine Frage der Zeit.

Ohrenarzt Peter Gorba schwächt diese Sorge jedoch etwas ab: "Man kann sich an Lärm gewöhnen, zumindest innerhalb gewisser Grenzen. Die Menschen sind heute oft weniger belastbar." In seiner Praxis gebe es selten Probleme aufgrund von Lärmbelästigung, Beschwerden gegen die Bahn seien bisher noch nie vorgekommen.

Dennoch, die Sölder wollen sich zur Wehr setzen und organisierten erste Unterschriftenlisten - bisher allerdings ohne Erfolg. Nun müssen sich die Anwohner also mit den Giganten auf Schienen vor ihrem Wohnzimmerfenster arrangieren und bis etwas geschieht heißt es für sie warten - bis die nächste Ruhe kommt.

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Nicht mehr zu ertragen - täglich brettern Züge wie diese an Helltraut Webers Wohnzimmerfenster vorbei.

Stark frequentiert: Der Bahnhof in Sölde.

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