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Familie zahlte für Krebs-OP «Spende»

Dortmunderin war Patientin an Klinik Essen

Die Brüder Raimund (39) und Siegmund Schütze (43) sowie ihr Vater Joachim (68) brachten die 7500 Euro für ihre Mutter bzw. Ehefrau Therese zusammen. Kam den Dreien das Ansinnen des Arztes nicht seltsam vor? «Er hat uns gesagt, es bestünde noch eine Chance. Da überlegt man nicht lange», erklärt Raimund Schütze gegenüber den Ruhr Nachrichten. Aber von vorn. Therese Schütze (69) aus Scharnhorst ist an einem Gallengangtumor erkrankt. Im Knappschaftskrankenhaus Brackel wurde sie von dem Chefarzt der Chirurgie, Privat-Dozent Dr. Karl-Heinz Bauer (Foto) operiert. «Der sagte anschließend, er könne nichts mehr für meine Mutter tun», berichtet Raimund Schütze. Das wollte die Familie nicht so hinnehmen. «Ich habe Prof. Bauer gesagt, dass ich noch eine zweite Meinung einholen werde», so der 39-Jährige. Im Internet recherchierte er und stieß auf eine medizinische Kapazität in Essen, Prof. Christoph Broelsch. Raimund Schütze nahm Kontakt auf, sagte jedoch, dass seine Mutter nicht privat versichert sei. Dann müsse er 210 Euro für ein erstes Beratungsgespräch zahlen, wurde ihm vom Sekretariat beschieden. Er machte einen Termin ab. Raimund Schütze, der in Begleitung einer Bekannten das Gespräch mit dem früheren Leibarzt von Johannes Rau führte, signalisierte dem Arzt, dass seine Mutter nicht privat versichert sei. Darauf habe der Professor bemerkt, dass sie dann auf die Warteliste käme und es Wochen oder gar Monate dauern könnte, bis sie operiert werde. «Durch eine Mindestspende von 7500 Euro könnte ich den Prozess aber beschleunigen», erinnert sich der Außendienstmitarbeiter der Firma Zooom in Aplerbeck zurück. Der Professor habe noch betont, dass die Spende für Forschungszwecke verwendet werde, er selbst habe genug Geld. Als der Arzt den Raum verließ, um Bilder der Computertomographie von Therese Schütze zu begutachten, habe eine Kollegin bereits einen OP-Termin für den 23. April festgelegt - und das Spendenkonto angegeben. «Wir lehnen so ein Vorgehen prinzipiell als unethisch ab», sagt Dr. Karl-Heinz Bauer. Bisher kenne er die Vorwürfe nur aus den Medien. Sollten sie sich aber tatsächlich bestätigen, «tut das unserem Berufsstand nicht gut». kiwi Seite 3: Not

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