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Gebete ohne Grenzen

"Orte der Einkehr und des Gebets" stehen zum Tag des offenen Denkmals am 9. September im Mittelpunkt. Wir stellen sie in einer Serie vor. Heute: die Synagoge der jüdischen Kultusgemeinde und die DITIB-Zentralmoschee.

Nicht nur die christlichen Kirchen prägen das Bild der Stadt. Auch andere Religionen haben ihre Refugien, die freilich nach außen nicht immer so sichtbar sind wie christliche Gotteshäuser.

Bei der jüdischen Kultusgemeinde war das einmal anders. Eine prachtvolle Synagoge stand einst an der Ecke Hansastraße/Wall - als "ewige Zierde der Stadt" wie es hieß. Sie fiel 1938 dem nationalsozialistischen Wahn zum Opfer und wurde auf politischen Beschluss des Rates abgerissen.

Trotzdem machten sich die wenigen Überlebenden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs schnell wieder an den Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde. Nachdem man die ersten Gottesdienste in einem provisorischen Bet-raum am Schwanenwall gefeiert hatte, stellte die Stadt der neu gegründeten Gemeinde Land und Geld für den Bau einer neuen Synagoge an der Prinz-Friedrich-Karl-Straße zur Verfügung.

Thora-Rollen

Das heutige jüdische Gemeindezentrum entstand zwischen 1954 und 1956 nach Plänen des Kölner Architekten Helmut Goldschmidt. Klar und sachlich ist das Gebäude gestaltet. Doch die eigentliche Synagoge atmet trotzdem sakrale Festlichkeit und Geschichte. Dafür sorgt u.a. der Thoraschrein, der in seiner zentralen Nische architektonisch deutlich hervorgehoben ist. In ihm ruhen die Thora-Rollen, mit den fünf Büchern Mose das Herzstück jüdischen Glaubens. Die älteste ist schon gut 180 Jahre alt, die jüngste Thora vor wenigen Monaten erst angeschafft worden. Jede Woche am Schabbat und zu den Feiertagen wird ein Abschnitt aus der Schriftrolle vorgetragen.

Tradition spricht aber auch aus den Sitzreihen, in denen alteingesessene Familien ihre Stammplätze haben. Die Männer sitzen unten, die Frauen oben auf der Empore.

Eine Trennung, die auch in muslimischen Gotteshäusern üblich ist. Ein eindrucksvolles Beispiel gibt die Moschee des DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion), des größten muslimischen Dachverbandes in Deutschland.

1973 richtete der 1966 gegründete und damit erste Moscheeverein in Dortmund im früheren Gemeindehaus der ev. Johannes-Gemeinde, Kielstraße, seine Zentralmoschee mit prächtig ausgestattetem Gebetssaal ein. Blickfang ist die Gebetsnische mit ihren Fliesen, die mit Ornamenten und Kaligraphien gestaltet wurden. Sie weist den Gläubigen die Richtung für ihr Gebet - gen Mekka. Oli

Am Tag des offenen Denkmals gibt es in der Synagoge an der Prinz-Friedrich-Karl-Straße 9 um 11 und 13 Uhr Führungen mit Erläuterungen zur Architektur, zur Religion und Inneneinrichtung.

Die DITIB-Zentralmoschee an der Kielstraße 12 bietet um 11.30, 13, 15 und 16.30 Uhr Führungen an. Dabei können um 13 und 16.30 Uhr die Gebetszeiten miterlebt werden.

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