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Gegen Schul-Gewalt helfen Ruhe und Gelassenheit

Wellinghofer Realschüler

Gewalt an Schulen und unter Schülern ist ein zunehmendes und ernstes Phänomen. Der Förderverein Gewaltfrei Lernen zeigt mit seinem Anti-Konflikt-Training Wege gegen Gewalt auf.

Wellinghofen

von Rüdiger Barz

, 19.06.2018
Gegen Schul-Gewalt helfen Ruhe und Gelassenheit

Unter anderem mit Konzentrationsübungen haben Schüler der Johann-Gutenberg-Realschule Strategien für einen gewaltfreien Umgang miteinander gelernt. Hier mussten die Kinder ein Muster zusammensetzen, ohne miteinander zu sprechen. © Rüdiger Barz

Die Devise des Trainingsprogramms, das in dieser Woche an der Johann-Gutenberg-Realschule an der Preinstraße in Wellinghofen zu Gast ist, lautet: Vorbeugen ist besser, Streitigkeiten müssen nicht immer eskalieren. Doch wie geht man um mit Schikanen, Wutausbrüchen und Beleidigungen im Schulalltag und darüber hinaus? Für Jugendliche kann dies eine Herausforderung sein. Sie reagieren aus der Natur heraus, einfach spontan.

Der Verein Gewaltfrei Lernen will mit seinem Unterrichtskonzept Schülern Hilfsmittel an die Hand geben, sich gegen verbale, aber auch körperliche Gewalt zu schützen. Und er will für den Umgang mit Gewalt sensibilisieren.

Sibylle Wanders hilft den teilnehmenden Schulen mit erprobten Konfliktübungen. Sie gibt praktische und einfach umzusetzende Tipps im Umgang mit Pausenkonflikten und Mobbing.

Impulse kontrollieren

Wanders Beispiele treffen den Kern und kommen gut an bei den Wellinghofer Realschülern. Diese stellen fest, dass vieles einfacher und leichter ist, wenn man es mit Ruhe und Überlegung angeht. Die elfjährige Mia findet die gesamte Thematik spannend. „Obwohl mir meine Eltern schon beigebracht haben, dass Streitigkeiten nicht in Gewalt enden müssen, kann ich hier doch noch sehr viel lernen“, erzählt die Schülerin. „Selbst habe ich schon einen Streit unter Freundinnen schlichten können. Es sind doch Freundinnen, die müssen nicht streiten.“

Gegen Schul-Gewalt helfen Ruhe und Gelassenheit

Kein echter Konflikt, aber eine Szene, wie sie im Schulalltag immer wieder vorkommt. © Rüdiger Barz

Auch die Lehrer der Schule sind überzeugt von dem Konzept. „Die Schüler lernen an ganz praktischen Beispielen, ihre Impulse zu kontrollieren. Sie lernen einen Weg zu finden, die jeweilige Situation zu beherrschen, die sonst sicher ganz leicht in einem Konflikt geendet hätte“, sagt Lehrerin Marita Weßels.

Schulleiter Jörn-Klaus Schürrle weist noch auf eine weitere Besonderheit von „Gewaltfrei Lernen“ hin: Nicht nur die Kinder sind Teilnehmer dieses Projektes und erhalten praxisnahen Unterricht, sondern auch den Eltern wird im Rahmen einer Abendveranstaltung vermittelt, wie sie mit der aktuellen Thematik umgehen können.

Streitschlichter

„Für die Zukunft können wir uns vorstellen, mit jeder neuen Schulklasse und auch mit den höheren Jahrgängen dieses Angebot zu erarbeiten“, sagt Jörn-Klaus Schürrle.

Gewaltprävention ist an der Johann-Gutenberg-Realschule schon seit einigen Jahren ein wichtiges Thema. So gibt es etwa ausgebildete Streitschlichter, also Schüler, die in Konfliktsituationen selbstständig zwischen zwei Parteien vermitteln.

Unterstützt wurde die Johann-Gutenberg-Realschule von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West, vertreten durch Regionalleiter Adriano Isser und den Lions Club. Mehr als 160 Schulen in NRW profitierten bereits durch die Förderung der Stiftung. Weitere Informationen gibt es unter www.gewaltfreilernen.de
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