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Geisterbahn-Fahrt mit absoluter Gänsehaut-Garantie

Geisterbahn-Fahrt mit absoluter Gänsehaut-Garantie

<p>Kellerkinder mit Alptraum-Phantasien: Presley und Haley (Patrick Jurowski und Anne Gehrig). Foltynowicz</p>

Es ist die perfekte Geschichte für die schummrig-winzige Unterbühne: Zwei Kellerkinder leben wie aus der Zeit gefallen zwischen allerlei Unrat. Faule Zähne, verschlissene Kleidung, Dreck im Gesicht - es gruselt einen schon, wenn Haley (Anne Gehrig) langsam die Augen aufschlägt.

Mit ihrem Bruder Presley (Patrick Jurowski) haust sie seit zwölf Jahren in dem Verschlag; andere Menschen sind auf mysteriöse Weise verschwunden. Ihnen blieben Tabletten und Medikamente der Eltern - kein Wunder, dass die beiden längst drogenabhängig sind und in ihrem Schlaf von fiesen Gestalten wie dem aalglatten, Kakerlaken essenden Schönling Cosmo (Andreas Vögler) und seiner untoten Begleitung Mistgabel (Carsten Bülow) heimgesucht werden.

Im kleinsten Spielort am Theater, dem Raum unter der Drehbühne, hatte am Samstagnacht in der Reihe "nachtexzess" Philip Ridleys "Der Disney-Killer" Premiere. Dem ganzen Team ist eine gruselig-dichte Theaternacht gelungen, eine anderthalbstündige Fahrt durch die Geisterbahn. Das beginnt beim Spiel der Akteure, die nicht nur durch ihre grässlichen Geschichten von kross gebratenen Schlangen und der Flucht vor einer Hundemeute Gänsehäute bereiten, sondern allein durch Gestik und Mimik. Das geht weiter bei den Kostümen von Ariane Erbe, die etwa "Mistgabel" mit einem mumienhaften Kopfverband versah und für die Geschwister löchrig-schmutzige Fetzen wie aus der Altkleidersammlung fand. Und das endet bei den Schock-Effekten, auf die der junge Regisseur Thorsten Schlenger bei seiner Diplom-Inszenierung setzt: Die Alptraum-Gestalten Cosmo und Mistgabel treten mit Knall-Effekten wie aus dem Nichts auf. Auch spielt der 28-Jährige mit wechselnden Tempi, lässt auf die quälend-langsamen Dialoge der sedierten Geschwister etwa markerschütternde Schreie folgen. Einziges Manko: Für einen Gruselabend, der erst um 23 Uhr beginnt, ist die Inszenierung vielleicht ein bisschen zu lang. Katrin Pinetzki

Termine 18., 26.1., Karten unter 50-27222

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