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Getupfte Farben, innige Verbundenheit

Pure Musikalität war es, die die Hörer am Sonntag im Harenberg City-Center begeisterte. Zu Gast in der Reihe "The Next Generation III" war die Cellistin Zhao Jing mit ihrer Begleiterin Keiko Tamura am Klavier.

Beide Künstlerinnen lieben das Exakte, kombiniert mit einem inspirierenden Spiel. Melodisch wunderbare Phrasen und eine feinfühlige Gestaltung vermittelten puren musikalischen Genuss.

Mag sein, dass Claude Debussys impressionistischer Stil kompositorisch dem bildnerischen Monets entspricht, doch was an Farbeffekten musikalisch erzielt wurde, war mehr als nur Abbildung: Getupfte oder satte Farben scheinen zwar ein Pendant zu den Pizzicato-Stellen oder dem Schwelgen im Klang zu bilden. Hingegen beeindruckte die Klangverschmelzung, mit der wie selbstverständlich rein musikalische Strukturen über das Bildhafte hinaus in einer Tongebung mündeten, die offensichtlich Resultat einer innigen Verbundenheit mit der musikalischen Tiefe der Stücke ist.

Insbesondere die Zaho Jing am Cello vermittelte den dargebotenen Werken eine Leuchtkraft, die nicht ablenkt (ihr heftiges Schnaufen bei einigen Passagen fiel kaum ins Gewicht). Eine Leuchtkraft, die das Stück in seiner Einzigartigkeit, sei es durch einen intensiven Ausdrucksgehalt oder durch eine liebliche Manier des Spielens, voll erfasst. Gerade diese Art, so zu musizieren, dass die eigentlichen kompositorischen Inhalte zum Tragen kommen, ist für die klassische Musik unabdingbar: Wunderbar ausdifferenzierte melodische Linien verliehen auf diese Weise der A-Dur-Sonate für Violoncello und Klavier Beethoven eine zwingende Dimension, die selten zu hören ist.

Ähnliches lässt sich auch hinsichtlich César Francks A-Dur Sonate für Violoncello und Klavier sagen. Durch das dichte, tiefsinnig verflochtene Spiel der Künstlerinnen ergab sich der expressive aber dennoch einfühlsame Tonfall quasi wie von selbst. EG

Nächster Termin: 18.10., 19.30 Uhr, Melanie Jung (Oboe) und Julia Kammerlander (Klavier) spielen u.a. Schumann und Beethoven

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