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Großbrand durch Dacharbeiten

DORTMUND Esfir Soufich zieht ihren kleinen Trolley aus dem Haus. „Das wichtigste ist drin: Medikamente, Dokumente und etwas Kleidung.“ Den Auszug auf ihrer Wohnung, die durch den Brand unbewohnbar geworden ist, nimmt die 80-Jährige gelassen.

Großbrand durch Dacharbeiten

Die Polizei ermittelt einen Tag nach dem Großbrand in der City die Brandursache.

Wie die meisten der rund 60 Nachbarn kommt die Seniorin nach dem Feuer an der Leuthausstraße 6 bei Verwandten unter. Mit Schwiegersohn Simon Moutchnik (55) kam sie gegen 10 Uhr, um das Nötigste zu holen. Polizisten erwarteten sie: „Wir führen die Bewohner in ihre Wohnungen. Die Feuerwehr hat fast alle Türen eingetreten, deshalb müssen wir aufpassen, dass es nicht zu Diebstählen kommt“, sagt einer der Beamten.

Vor dem Haus informiert ein Mitarbeiter des Eigentümers, der Deutschen Annington, die Betroffenen, bietet unbürokratische Hilfe an: „18 Mieter haben wir auf unsere Kosten in einem Hotel untergebracht“, berichtet Sprecherin Katja Klemm. Für acht Bewohner hat das Sozialamt eine Unterkunft organisiert.

Während die größtenteils älteren Bewohner ihre Siebensachen packen, haben Nina Korytnaia und Eduard Sbrijer andere Probleme. Die Leiterin des „Pflegeteams Dortmund“, das sein Büro im Brandhaus hat, muss improvisieren: „Heute Morgen kamen die Mitarbeiter nicht an die Medikamente und an die Schlüssel für die Wohnungen der Patienten“, sagt sie. Computer und Akten seien durch das Löschwasser unbrauchbar geworden. Ein Problem, dass auch den Praktischen Arzt von nebenan umtreibt: Sbrijer: „Zum Glück habe ich noch eine zweite Praxis, dort kann ich die Patienten immerhin weiter betreuen.“

Auf dem Dach suchen Experten der Kripo die Ursache für das Feuer. Und werden fündig: „Der Brand ist ersten Ermittlungen zufolge durch Dacharbeiten ausgelöst worden“, erklärt Dr. Ina Holznagel von der Staatsanwaltschaft. Die Arbeiter, die defekte Dachpappe erneuert haben, müssen mit einem Verfahren wegen fahrlässiger Brandstiftung rechnen.   Wann das Haus wieder bewohnbar ist, steht noch nicht fest. Für Fragen hat die Annington eine kostenlose Hotline eingerichtet: Tel. 0800- 0004777.

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