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Gutachterin hält Sabrina L. für voll schuldfähig

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Voll schuldfähig. Im Prozess gegen die mutmaßliche dreifache Kindermörderin Sabrina L. (27) hat Psychiaterin Marianne Miller gestern das Ergebnis ihrer mehr als zehnstündigen Untersuchung der Angeklagten bekannt gegeben. Fazit: Anhaltspunkte für eine psychische Erkrankung oder Persönlichkeitsstörung finden sich bei Sabrina L. nicht.

Laut Gutachterin Miller gibt es keine Hinweise darauf, dass die Kinder etwa sterben mussten, weil die Mutter mit ihrer Erziehung überfordert war. Auch auf Misshandlungen oder Vernachlässigung weise nichts hin. Niemand aus dem Umfeld der Angeklagten habe darüber hinaus etwas von depressiven Phasen im Leben der 27-Jährigen erzählt.

Für die Psychiaterin kommt danach eigentlich nur ein mögliches Motiv für die unfassbaren Taten in Frage. Pascal, Chantal und Kevin mussten möglicherweise nur deshalb sterben, weil ihre Mutter eine grenzenlose Egoistin war. Miller: "Die Angeklagte hat die Kinder immer nur im Zusammenhang mit den Vätern gesehen. Als ihre jeweiligen Partnerschaften dann scheiterten, hat sie auch die Kinder beseitigt, weil diese sie beim Aufbau einer neuen Beziehung behindert haben."

Sabrina L. verfolgte auch die Vorstellung des Gutachtens mit ausdrucksloser Miene. Vermutungen, sie könne nun, gegen Ende des Prozesses, doch noch zu einer eigenen Aussage bereit sein, hatte sie schon zu Beginn des Verhandlungstages eine Absage erteilt.

Gegenüber der Sachverständigen hatte sich die 27-Jährige zwar geäußert, doch sowohl zum Motiv als auch zum Hergang der Taten aus den Jahren 2001 und 2004 fehlen von ihr jegliche Schilderungen. "Da macht sie Erinnerungslücken geltend", sagte die Gutachterin. "Medizinisch sind diese jedoch nicht erklärbar."

Der Prozess soll am 31. Oktober mit den Plädoyers fortgesetzt werden. Das Urteil ist für Anfang November vorgesehen. von

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